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Öl statt Freiheit
26.01.2004









Die USA geben ihrem weltweiten "Krieg gegen den Terrorismus" gern die zusätzliche Plakette des "Kampfs für die Freiheit". So wurde auch der Irak nicht nur deshalb angegriffen, weil er angeblich Massenvernichtungswaffen besaß - was mittlerweile kaum noch jemand glaubt - sondern auch, weil das irakische Volk "unterdrückt" wurde.

Dieses hehre Ziel, selbstlos fremde Menschen zu befreien findet allerdings offenbar sehr schnell ein Ende, wenn es darum geht, Profite zu sichern. In wieweit dies als Beleg dafür zu werten ist, daß die Motivation auch in jenen Fällen in Wahrheit eher wirtschaftlicher oder vielleicht noch politischer Natur war, mag jeder selbst entscheiden.

Ein interessantes Beispiel hierfür ist das Land Azerbaijan. Das moslemische Land, früher ein Teil der Sowjetunion, wird von dem vor drei Monaten eingesetzten Präsidenten Ilham Aliyev regiert. Offiziell wurde Aliyev demokratisch gewählt. Tatsächlich bestehen hieran aber starke Zweifel, die von der Regierung allerdings blutig unterdrückt werden.
Wie Human Rights Watch am Freitag berichtete, wird die gesamte Palette staatlicher Gewalt, von brutalem Vorgehen von Polizisten bei Demonstrationen bis zu Folter wie Schlägen und Elektroschocks angewendet.

All dies hält die USA allerdings nicht davon ab, "gute Beziehungen" mit dem Land zu pflegen, wie die Washington Post am Sonntag berichtete. Anstatt hier Druck auf die Regierung auszuüben, stellen sich die USA sogar noch auf ihre Seite.

So sagte der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld auf Nachfrage: "Die Vereinigten Staaten haben eine Beziehung mit diesem Land. Wir schätzen es." Aliyev nannte die USA im Gegenzug einen "strategischen Partner".

Für dieses offensichtliche Wegsehen gegenüber Menschenrechtsverletzungen dürfte nicht zuletzt die Tatsache verantwortlich sein, daß die geplante Ölpipeline, die Öl und Gas aus Zentralasien in die türkische Hafenstadt Ceyhan transportieren soll, nicht nur ihren Anfangspunkt in der azerbaijdanischen Hauptstadt Baku haben würde, sondern das Land auch vollständig durchqueren würde.





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