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Der französische Bart
22.01.2004









Einem AP-Bericht vom Mittwoch zufolge nimmt das französische Bestreben, sämtliche "religiösen" Symbole aus Schulen zu verbannen immer groteskere Züge an.

So hat der französische Bildungsminister Luc Ferry am Dienstag gesagt, daß das geplante Verbot religiöser Symbole auch für Gesichtsbehaarung und Bandanas gelten könnte, die seiner Ansicht nach teilweise als "diskrete Alternativen" für die "traditionellen moslemischen Kopftücher" benutzt werden.

"Wenn ein Bart zu einem religiösen Symbol wird, wird er unter das Gesetz fallen", so Ferry. Ebenso würde ein Bandana "verboten werden, wenn junge Mädchen es als religiöses Symbol zeigen."

Nicht nur bei den französischen Lehrern führt diese Auslegung des Gesetzes zu Irritationen.

"Bärte? Bandanas? Was kommt als nächstes?" fragte Daniel Robin, Bundesvorsitzender von Frankreichs größter Lehrergewerkschaft. "Diese Übung ist absurd geworden. Völlig absurd", sagte er in einem Telephoninterview.

Bei französischen Moslems wurde durch Ferrys Äußerung der Eindruck verstärkt, daß das neue Gesetz vorrangig dazu dienen soll, gegen sie vorzugehen. So sagte Mohamed Latreche, Präsident der Moslemvereinigung, die die Demonstration in Paris organisiert hatte: "Das beweist, was wir schon die ganze Zeit sagen - daß dieses Gesetz antimoslemisch ist."

Dalil Boubakeur, Präsident einer weiteren Moslemvereinigung, der vor der Demonstration dazu aufgerufen hatte, ihr fernzubleiben, ist der Ansicht, daß Ferrys Vorstoß eine Reaktion auf die Demonstrationen ist.

"Jetzt sehen Sie die Auswirkungen", sagte er. "Ich habe den Leuten gesagt, sie sollten nicht demonstrieren. Ich habe ihnen gesagt, sie würden französische Leute ängstigen - und diese Angst würde dazu führen, daß Frankreich die Tür zumacht." Ein Verbot von Bärten und Bandanas sei ein Zeichen, daß "die Regierung ihre Position verschärft."

Auch Boubakeur scheint also der Ansicht zu sein, daß das Gesetz sich vorrangig gegen Moslems richten soll.

Es bleibt abzuwarten, wann die französische Regierung sich entschließt, vegetarische Mahlzeiten - diese können dazu genutzt werden, Fleisch, das nicht koscher beziehungsweise halal ist zu vermeiden - zu verbieten und die Schüler zu zwingen, mindestens ein Glas Wein pro Tag zu trinken, da auch Abstinenz ja ein verdecktes Bekenntnis zum Islam sein könnte.





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