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Großdemonstration in Basra
15.01.2004









In der südirakischen Stadt Basra demonstrierten mehrere zehntausend Menschen für die Durchführung direkter und allgemeiner Wahlen in den nächsten Monaten, berichtete Reuters am Donnerstag.

Die Demonstranten folgten damit dem Aufruf des höchsten shiitischen Geistlichen im Irak, Ayatollah Ali al-Sistani, der sich mittlerweile den amerikanischen Plänen, Wahlen frühestens im Jahr 2005 abzuhalten, offen entgegenstellt.

Ali al-Hakim al-Safi, ein hoher shiitischer Geistlicher in Basra, rief die Demonstranten am Ende des Protestmarsches vor einer Moschee dazu auf, das Ziel friedlich zu verfolgen - zumindest vorerst.

"Wir brauchen keine Gewalt zu benutzen um unsere Recht zu bekommen, solange es noch friedliche Mittel gibt, die wir zusammen nutzen können", sagte er. "Aber wenn wir merken, daß uns friedliche Mittel nicht länger zur Verfügung stehen, werden wir nach anderen Methoden suchen müssen."

Diese kaum versteckte Drohung kann als weiteres Anzeichen gewertet werden, daß die Geduld der Shiiten im Irak stetig abnimmt.

Ende letzten Jahres hatte Abdul Aziz al-Hakim, ein shiitisches Mitglied des von den USA eingesetzten "irakischen Regierungsrats" den UN-Generalsekretär Kofi Annan schriftlich gebeten, zu prüfen, inwieweit die Durchführung von Wahlen zu einem früheren Zeitpunkt möglich wäre. Annan hatte geantwortet, daß es praktisch unmöglich sei, bin zum Juni dieses Jahres allgemeine Wahlen zu organisieren.

Die Shiiten im Irak sind aber offenbar immer weniger bereit, sich mit dieser Antwort zufrieden zu geben.

Es bleibt abzuwarten, wie die amerikanischen Besatzer hiermit umgehen werden. Da die Shiiten im Irak mit einem Bevölkerungsanteil von über 60 Prozent die absolute Mehrheit darstellen, dürfte es schwierig sein, ihren Willen zu ignorieren.





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