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al-Douri über die Ziele der USA
20.01.2004









Der frühere irakische UN-Botschafter Mohammed al-Douri hat in Interviews am Samstag und am Montag gegenüber AP gesagt, daß die USA seiner Ansicht nach nicht am Frieden in Irak interessiert sind, sondern vielmehr bewußt dazu beitragen, daß die Lage weiterhin instabil ist.

Al-Douri sprach sich für die Durchführung von Wahlen aus, unabhängig davon, wer diese gewinnen würde, selbst wenn - was mehr als wahrscheinlich ist - die sunnitische Minderheit, der auch al-Douri angehört, zu den Verlieren zählen würde.

"Für mich ist der Irak wichtig, nicht die Mehrheit oder die Minderheit. Ich werden jeden akzeptieren, der gewählt worden ist - einen Shiiten oder sogar einen Kurden, wenn das die Wahl der Menschen ist", sagte er. "Die wichtige Sache ist, daß das [irakische] Volk wählt statt Einzelpersonen von fremden Mächten wie den Vereinigten Staaten vorgesetzt zu bekommen."

Nach eigener Aussage streben die USA zwar allgemeine und freie Wahlen für das irakische Volk an, sind aber der Ansicht, daß die Organisation von allgemeinen Wahlen bis zur Mitte dieses Jahres, wenn die Kontrolle über das Land wieder in irakische Hände übergeben werden soll, nicht zu schaffen ist.

Diese Begründung wird von al-Douri als Vorwand bezeichnet.

"Wahlen stellen eine große Bedrohung für die zukünftige Anwesenheit Amerikas im Irak dar und die Amerikaner wissen das", so al-Douri. "Die Vereinigten Staaten fürchten, daß die Iraker Leute wählen würden, die gegen die amerikanische Präsenz im Irak sind."

Den irakischen Widerstand bezeichnete er als "nur normal" und sagte, dieser würde fortgesetzt, bis die Amerikaner aus dem Land abzögen. Dies würde aus einem Gefühl des Nationalismus und nicht aus Verbindungen mit dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein heraus geschehen.

"Ich glaube nicht, daß es irgendjemand gibt, der Saddam als früheren Führer verteidigt", sagte er. "Ich bin nicht überzeugt, daß es solche Saddam-Anhänger gibt. Saddam ist zu Ende."

Auch hofft er, daß Hussein "irgendwo in einem fairen Verfahren angeklagt wird", hat allerdings Zweifel, daß Hussein überhaupt jemals vor Gericht gestellt wird, da er dann öffentlich zu viele Geheimnisse der Nachbarländer und der Vereinigten Staaten offenbaren würde.

In dem Interview warnte al-Douri vor Bestrebungen von sunnitischen Moslems "sich der sogenannten shiitischen Bedrohung entgegenzustellen."

"Wenn die Sunniten versuchen, sich als Macht zu vereinigen um sich den Shiiten entgegenzustellen, werden sie nur in die Falle gehen, die die Vereinigten Staaten für uns aufgebaut haben... die Falle der Teilung des Iraks", sagte er.

Trotz seiner Position fühlte sich al-Douri dem Regime Saddam Husseins nie eng verbunden, er war auch niemals Mitglied der Baath-Partei und gehörte nicht zu den von den USA gesuchten Irakern.





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