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Greenpeace gibt Einkaufstips
17.01.2004









Am Mittwoch hat Greenpeace einen "Einkaufsratgeber" veröffentlicht (Adobe Acrobat-Datei), der Konsumenten dabei helfen soll, genveränderte Bestandteile in Lebensmitteln zu vermeiden.

Greenpeace hatte hierfür über 400 Unternehmen befragt, inwieweit sie auf Gentechnik in ihren Produkten und Marken verzichten wollen oder es bereits tun.

Bei genauerem Hinsehen scheint das Bild aber deutlich weniger positiv auszufallen, als dies in einem begleitenden Artikel von Greenpeace dargestellt wird - oder die in dem Ratgeber gemachten Angaben sind zumindest teilweise nicht mehr aktuell.

Die Behauptung, es gäbe "nur noch wenige, die nicht von der Gentechnik lassen wollen" scheint sich zwar beispielsweise bei einem Blick in die Rubrik "Backen, Brot, Kuchen, Müsli, Nudeln" noch größtenteils zu bestätigen - hier stehen 43 Unternehmen, die Gentechnik komplett ablehnen nur 10 gegenüber, die nicht darauf verzichten wollen - spätestens bei den Molkereiprodukten kehrt sich dieses Verhältnis allerdings um. Hier sagen nur 9 Unternehmen einen Verzicht zu, während 44 Unternehmen offensichtlich keinen Anlaß sehen, auf derartige Produkte zu verzichten, oder auf die Greenpeace-Anfrage nicht geantwortet haben, was in diesem Zusammenhang allerdings tatsächlich die Vermutung aufkommen läßt, daß die von Greenpeace vorgenommene Einstufung als Befürworter richtig ist.

Gerade bei den Molkereiprodukten ist das Bild ziemlich düster, sind hier doch fast alle "großen" Hersteller friedlich in der Rubrik vereint, deren Vermeidung Greenpeace rät.

Ebenso wird die Aussage, "der Handelsriese Metro der kürzlich noch mit der Gen-Industrie eine Werbekampagne für Gen-Food starten wollte, hat es sich kurz vor Weihnachten anders überlegt" nicht in der Einstufung in dem Ratgeber widergespiegelt. Sollte sich obige Aussage allerdings nur auf die Absage der geplanten Werbekampagne beziehen, so würde dies nur bedeuten, daß die Verbraucher über das Verhalten des Konzerns bezüglich genmanipulierter Lebensmittel im Dunkeln gelassen werden sollen und nicht, daß es hier tatsächlich zu einer veränderten Unternehmenspolitik gekommen ist.

Auf eine entsprechende Anfrage hat Greenpeace bisher nicht reagiert, dies mag allerdings auch damit zusammenhängen, daß derzeit Wochenende ist.

Trotz der genannten Ungereimtheiten und der Tatsache, daß die Aussagen der Unternehmen Greenpeace gegenüber rechtlich nicht bindend sind, kann der Ratgeber aber sicherlich dabei helfen, Produkte auszuwählen, die mit wesentlich größerer Wahrscheinlichkeit frei von genveränderten Bestandteilen sind.





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