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Proteste gegen Hijab-Verbot
17.01.2004









Wie AFP am Samstag berichtete, ist es in Frankreich zu einer Reihe von Demonstrationen gegen das kommende französische Gesetz, das "auffällige" religiöse Symbole an Schulen verbietet, gekommen.

Außerdem fanden in weiteren Ländern Solidaritätsdemonstrationen statt.

Allein in der französischen Hauptstadt Paris wurde die Zahl der Teilnehmer, viele von ihnen Frauen, die einen Hijab ("Kopftuch") trugen, dabei auf bis zu 20.000 geschätzt.

Die größten ausländischen Demonstrationen fanden im palästinensischen Gaza-Streifen mit über 1.000 und in der britischen Hauptstadt London mit 3.000 Teilnehmern statt. Gerade in Großbritannien hat das geplante Gesetz zu einem Aufschrei der moslemischen Bevölkerung geführt.

Aber auch die britische Regierung ist offenbar anderer Ansicht als Frankreich. Einem Bericht von IslamOnline zufolge sagte der parlamentarische Staatssekretär im britischen Außenministerium Mike O'Brien, daß die britische Regierung das Recht aller Menschen, religiöse Symbole offen zu zeigen, unterstütze.

Das Verbot betrifft zwar nicht nur Moslems, sondern auch alle anderen Religionen, ähnlich auffällige Äußerlichkeiten weisen aber nur Juden und Sikhs auf, diese sind aber nicht im gleichen Maße betroffen.

Juden tragen die Kippa nur während der Zeit, in der sie sich der "Gegenwart Gottes erinnern". Dies führt zwar dazu, daß strenggläubige Juden ständig eine Kopfbedeckung tragen, diese ist aber nicht unumstößlich an eine bestimmte Form gebunden.

Sikhs ist zwar das Tragen eines Turbans religiös vorgeschrieben, ihr Anteil an der französischen Bevölkerung ist allerdings verschwindend gering, während der Anteil der Moslems auf 5 bis 10 Prozent geschätzt wird.

Strenggläubige moslemische Frauen sind gezwungen, in Anwesenheit von nicht eng mit ihnen verwandten Männern einen Hijab zu tragen.

Sicherlich tragen einige französische Frauen einen Hijab eher oder nur als politisches Symbol, anderen wird es sicherlich durch Angehörige aufgedrängt oder vorgeschrieben, ebenso gibt es aber sicherlich auch eine große Zahl von Frauen, die ihn aus freiem Willen und aus religiöser Überzeugung tragen.

Die häufig geäußerte Befürchtung, daß moslemische Mädchen als Folge des Verbots aufhören würden, Schulen zu besuchen, kann so zwar nicht gelten, da auch in Frankreich eine allgemeine Schulpflicht herrscht, gerade deshalb würde dies aber vermutlich zu weiteren Spannungen mit der moslemischen Bevölkerung führen.





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