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Kugeln gegen Steine
10.01.2004









Wie Reuters am Samstag meldete, ist es in der südirakischen Stadt Amarah erneut zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem steinewerfende irakische Demonstranten mit scharfer Munition beschossen wurden. Nach Angaben des britischen Militärs wurden dabei mindestens 5 Iraker getötet.

Der Sprecher der britischen Armee Hauptmann Hisham Halawi sagte, daß nach dem Vorfall die Leichen von fünf Menschen gefunden worden sind. Ein Arzt im Krankenhaus von Amarah hatte zuvor gesagt, daß 6 Menschen getötet und 7 weitere verletzt worden sind.

Irakische Polizisten hatten das Feuer auf die Demonstranten, eröffnet, nachdem diese begonnen hatten, das Gebäude der Zentralverwaltung der Provinz mit Steinen zu bewerfen. Die Menschen protestierten dagegen, daß ihnen für den Januar versprochene Arbeitsplätze nicht zur Verfügung gestellt worden sind.

Britische Soldaten, die schließlich als Verstärkung erschienen, schossen ebenfalls auf zwei Demonstranten und töteten mindestens einen von ihnen. Nach Halawis Darstellung "vermuteten" die Soldaten, daß die Iraker mit Handgranaten bewaffnet waren.

Die britischen Soldaten schossen also auf Iraker, weil sie glaubten, daß diese sie möglicherweise mit Handgranaten angreifen könnten. Danach hielten sie es allerdings offenbar nicht einmal für notwendig, diesen Verdacht zu überprüfen oder sich anderweitig für die Opfer zu interessieren.

Vorfälle wie dieser tragen zu dem immer weiter voranschreitenden Vertrauensverlust der Iraker gegenüber den britischen Soldaten als auch der neuen, von den Besatzern eingerichteten, irakischen Polizei entscheidend bei.





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