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Die Unzufriedenheit im Irak wächst
13.01.2004









Am Dienstag berichtete AP, daß es nach Amarah in einer weiteren südirakischen Stadt zu mehreren teilweise gewalttätigen Demonstrationen gekommen ist.

In Kut, 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Baghdad gelegen, demonstrierten am Montag am dritten Tag in Folge mindestens 400 Menschen gegen die massive Arbeitslosigkeit seit der Eroberung des Landes durch die USA. Die Demonstranten marschierten zu einem Regierungsgebäude und forderten Arbeit.

Nach Angaben des irakischen Polizeibeamten Zafer Wedad wurden dabei Steine auf das Gebäude geworfen und ein Postamt verwüstet. Nachdem einige der Demonstranten Sprengsätze auf ukrainische Soldaten geworfen haben sollen, feuerten diese in die Luft und lösten die Demonstration damit auf.

Inwieweit die Ukrainer hier tatsächlich gefährdet waren ist unklar, es scheint aber unwahrscheinlich, daß es nicht zu Opfern kommt, wenn sie tatsächlich mit Bomben beworfen werden - nach offiziellen Angaben wurden insgesamt vier irakische Polizisten, ein ukrainischer Soldat und ein Demonstrant verletzt. Zumindest aber wurde hier nicht wieder in die Menschenmenge gefeuert, wie dies in Amarah geschehen ist.

Die Demonstrationen in Kut als auch in Amarah zeigen deutlich, daß die Geduld der Shiiten im Irak stetig abnimmt.

Gesteigert wird dieses Gefühl sicherlich noch durch die Ablehnung der amerikanischen Pläne für die irakische Übergangsregierung durch Ayatollah Ali al-Sistani, dem obersten shiitischen Geistlichen im Irak.

In einer ganzseitigen Anzeige in einer irakischen Tageszeitung hatte al-Sistani seine Forderung nach allgemeinen Wahlen am Montag wiederholt. Der US-Verwalter des Iraks, Paul Bremer lehnte dies allerdings ab und bezeichnete die derzeitigen US-Pläne als "den besten Weg, dem irakischen Volk seine Unabhängigkeit zurückzugeben."





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