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Nachrichten, die man nicht überall findet.




Die nordkoreanische Bombe
21.01.2004









Am Mittwoch berichtete der Miami Herald, daß ein amerikanischer Wissenschaftler glaubt, in Nordkorea Plutonium in seiner Hand gehalten zu haben.

Siegfried Hecker, früherer Leiter des Los Alamos National Laboratory im US-Bundesstaat New Mexico, sagte, er "glaubte, es war Plutonium", berichtete Hecker einem anonym bleibenden US-Beamten zufolge vor dem Komitee für Außenbeziehungen des US-Senats.

Allerdings war es Hecker nicht möglich, seine Annahme zu überprüfen, da ihm hierfür nicht die erforderlichen Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung standen, so der Bericht weiter.

Grundsätzlich ist es zwar tatsächlich möglich, Plutonium ungeschützt in der Hand zu halten, trotzdem erscheint der Bericht allerdings wenig glaubwürdig. Hätten die nordkoreanischen Wissenschaftler die amerikanischen Besucher davon überzeugen wollen, daß sie tatsächlich im Besitz von Plutonium sind, so hätten sie dies sicherlich auf einer wissenschaftlicheren Basis getan.

Ein Betrugsversuch mit einem Stoff, der nicht wirklich Plutonium war, erscheint auch wenig wahrscheinlich, da es aufgrund Heckers langjähriger Erfahrungen mit dem Stoff äußerst schwer sein dürfte, ihn dahingehend zu täuschen.

Allein die Vorstellung, daß die nordkoreanischen Wissenschaftler Plutonium aus dem Schrank holen und es dann "rumgehen" lassen, damit jeder der Besucher es einmal anfassen kann, scheint schon fast absurd.

Andererseits kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, daß Nordkorea einen "handfesten" Beweis für den Besitz von Plutonium liefern wollte.

Das Land behauptet, die Bearbeitung von 8.000 Reaktorbrennstäben beendet zu haben und daraus genügend Plutonium für mehrere Atombomben gewonnen zu haben.

Ebenfalls am Mittwoch berichtete AFP, daß Nordkorea Japan beschuldigt, einen nuklearen Angriff auf das Land zu planen.

Japan hat im vergangenen Monat beschlossen, Raketenabwehrsysteme einzuführen.

Eine Meldung der offiziellen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA sieht hierin ein weiteres Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff Japans. "Japan rundet seine nukleare Aufrüstung nun in der letzten Phase ab", so die Meldung. Dies könne als nichts anderes als "Teil seines Plans für einen nuklearen Präventivangriff auf die DPRK [Demokratische Volksrepublik Korea] angesehen werden."

Als Reaktion hierauf kündigte die nordkoreanische Regierung an, "eine starke nukleare Abschreckung" aufbauen zu wollen.





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