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Irakische Kurden drohen Türkei
27.01.2004









Wie AP am Dienstag berichtete, steigen die Spannungen zwischen den Kurden im Nordirak und der türkischen Regierung weiter an.

Die kurdische Regierung in der irakischen Stadt Irbil hat gedroht, die Büros einer von türkischen Soldaten geleiteten Friedenstruppe in der Stadt zu schließen, wenn die Türken sich weigern sollten, "freiwillig" abzuziehen.

Die Anwesenheit der Türken in dem Gebiet stammt noch aus den 90er Jahren und wird nach Ansicht des kurdischen Parlaments in Irbil aufgrund des Sturzes des irakischen Präsidenten Saddam Hussein durch den amerikanischen Einmarsch nicht länger benötigt.

Die Türkei hatte die Soldaten bereits in den 90er Jahren entsandt, um die Grenze zwischen zwei kurdischen Gruppen, der Kurdischen Demokratischen Partei und der Patriotischen Union Kurdistans, zu kontrollieren. Die ungefähr 400 Mann starke Truppe besteht zwar größtenteils aus irakischen Turkmenen und Assyrern, wird aber von Türken befehligt.

Bereits im vergangenen Oktober hatte das Parlament von Irbil in einem Schreiben an die Regierungen der Türkei, Großbritanniens und der USA um ein Treffen gebeten, um über die Auflösung der Friedenstruppe zu beraten. Nach Angaben des "Premierministers" - offiziell gehört das Gebiet nach wie vor zum Staatsgebiet des Iraks - Neschirwan Barzani haben die Länder bisher nicht auf das Schreiben reagiert.

"Wir waren geduldig, aber da sie nicht auf unseren Brief geantwortet haben, stehen alle Möglichkeiten offen", so Barzani. "Wenn sie nicht keine Schritte unternehmen, um das Problem zu lösen und das meinen wir sehr ernst, werden wir andere Maßnahmen ergreifen um diese Streitkraft aufzulösen."

Auf Nachfrage hielt es Oberstleutnant James Bullion, der in Irbil stationiert ist, für unwahrscheinlich, daß die Kurden Gewalt anwenden würden, um die Türken aus der Stadt zu vertreiben.

So sagte er, daß dies "ein großer, großer internationaler Zwischenfall wäre und sie dies nicht tun werden."

Es bleibt abzuwarten, ob diese Einschätzung den Tatsachen entspricht und ob alle Kurden sich der möglichen Folgen eines Angriffs auf die Türken bewußt sind. Angesichts des unsicheren Lage im gesamten Irak seit der Eroberung durch die USA scheint ein Angriff auf türkische Truppen alles andere als ausgeschlossen.

Da die türkischen Nerven schon länger mehr als angespannt sind, da befürchtet wird, daß sich ein unabhängiger kurdischer Staat bilden könnte, was wiederum die Unabhängigkeitsbestrebungen der türkischen Kurden bestärken würde, wäre dies höchstwahrscheinlich Auslöser für eine größere militärische Reaktion der Türkei.





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