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2 Mal lebenslänglich für Anschläge in Rußland
12.01.2004









Zwei Männer sind von einem russischen Gericht zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen in einem Hochsicherheitsgefängnis sowie Entschädigungszahlungen von insgesamt knapp 100.000 Euro an die Opfer verurteilt worden, berichtete AP am Montag.

Den beiden Männern wurde vorgeworfen, an der Anschlagserie auf Wohnblocks in Moskau und Volgodonsk im Jahr 1999 beteiligt gewesen zu sein, bei der insgesamt 246 Menschen getötet wurden.

Yusuf Krymshamkhalov und Adam Dekkushev, die beide aus der westlich von Tschetschenien gelegenen Provinz Karachayevo-Cherkessia stammen, sollen den Anschuldigungen zufolge auf Befehl von tschetschenischen Rebellen Sprengstoff hergestellt, in Säcke gefüllt und zu Anschlagszielen gefahren zu haben.

Die beiden Verurteilten bestritten die Vorwürfe und sagten, sie würden Revision einlegen. Die Öffentlichkeit war von dem zwei Monate dauernden Verfahren von der Richterin Marina Komarova ausgeschlossen worden, es wurde Journalisten nur gestatten, der Urteilsverkündung beizuwohnen. Krymshamkhalov sagte bei dieser Gelegenheit Reportern, daß die Verurteilung auf "Lügen" basiere.

Die russische Regierung hat von Beginn an tschetschenische Rebellen beschuldigt, für die Anschläge verantwortlich zu sein.

An dieser Darstellung bestehen aber ernste Zweifel. Anführer der tschetschenischen Rebellen, die eine Autonomie Tschetscheniens fordern, haben bisher immer bestritten, daß die Rebellen in die Anschläge verwickelt sind.

Manche Stimmen sind der Ansicht, daß die Anschläge in Wahrheit vom russischen FSB, der Nachfolgeorganisation des KGB, verübt worden sind, um so die Begründung für den zweiten Tschetschenienfeldzug zu schaffen und so eine Abspaltung des Landes von Rußland zu verhindern. Außerdem haben die Anschläge die Beliebtheit des damals erst wenige Wochen im Amt befindlichen russischen Premierministers und früheren FSB-Leiters Vladimir Putin stark angehoben.

Im vergangenen Monat wurden Tausende Exemplare eines Buches beschlagnahmt, das eben diesen Verdacht äußert. Bemerkenswert an dem Buch ist dabei vor allem, daß es sich bei dem Autor Alexander Litvinenko um einen früheren Agenten des FSB handelte, der jetzt im politischen Asyl in Großbritannien lebt.

Er berichtet unter anderem von einem Vorfall in der Stadt Ryazan, bei dem Polizisten Sprengstoff in Säcken im Keller eines Wohnblocks entdeckt hatten und das Haus evakuierten. Der FSB behauptete später, daß sich nur um Säcke mit Zucker gehandelt hatte, die dort für eine Übung plaziert worden waren. Litvinenko und andere behaupten aber, daß es sich sehr wohl um Sprengstoff gehandelt hat.





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