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Massensterben durch Supernova?
08.01.2004









Wissenschaftler haben eine neue Theorie über das massenweise Aussterben von Arten vor 440 Millionen Jahren entwickelt, berichtete AP am Donnerstag.

Der bisher vorherrschenden Theorie zufolge hat eine Eiszeit das Artensterben am Ende des Ordoviziums, das zweitgrößte in der Geschichte der Erde, verursacht. Zwei Drittel aller Arten starben damals aus.

Adrian L. Melott, Astronom an der Universität von Kansas, hat nun am Mittwoch bei einem landesweiten Treffen der American Astronomical Society (AAS) die Theorie vorgestellt, daß der Auslöser die nahegelegene Explosion eines Sterns, eine Supernova, war.

Melotts Team, dem auch einige Astronomen der National Aeronautics and Space Administration (NASA) angehören ist der Ansicht, daß eine Supernova in einer Entfernung von weniger als 10.000 Lichtjahren durch die freigesetzte Gammastrahlung die Ozonschicht der Erde zerstört hat. Hierdurch konnten einerseits ultraviolette Strahlen der Sonne ungehindert den Boden erreichen, andererseits wurde der Planet aber auch durch die chemischen Reaktionen in eine Dunstwolke gehüllt, die die Sonnenstrahlen abblockte und so eine Eiszeit auslöste. Intensive Gammastrahlung würde Moleküle in der Stratosphäre aufbrechen und zur Bildung von Stickoxiden und weiteren Stoffen führen, die die Ozonschicht zerstören würden.

"Der Himmel würde braun werden, aber starke ultraviolette Strahlung von der Sonne würde die Oberfläche erreichen", so Melott. Die Strahlung wäre mindestens 50 mal stärker als normal, was ausreichen würde, direkt getroffene Lebewesen zu töten.

Bruce S. Lieberman, Paläontologe an der Universität von Kansas und Mitverfasser der Theorie, sagte, die Ausrottung könnte in zwei Schritten erfolgt sein. "Unsere Theorie baut auf früheren Theorien auf", sagte er.

Vor dem Artensterben hatte sich die Erde stark erwärmt. Nach Melotts Aussage war es Klimaexperten bisher nicht möglich, einen Grund für die plötzliche Eiszeit zu finden.

"Sie brauchen etwas, um die Eiszeit plötzlich auszulösen", sagte er. "Die Gammastrahlung könnte das gewesen sein."

Der größte Teil der getöteten Lebewesen waren einfache Meeresbewohner. Mellot sagte, daß die damals ausgestorbenen Arten entweder im flachen Wasser lebte oder sich während einer Entwicklungsstufe an der Wasseroberfläche befand. In tieferen Gewässern lebende Tiere wurden nicht beeinträchtigt.

Die Tatsache, daß bisher keinerlei Hinweise für eine so nah an der Erde stattgefundene Supernova gefunden worden konnten, begründet Mellot damit, daß seit dem schon so viel Zeit vergangen ist. In den 440 Millionen Jahren hat sich die Milchstraße fast zwei Mal um ihre Achse gedreht, so daß Spuren der Explosion mittlerweile verwischt sein könnten.





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