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Rabbi in Israel vor Gericht
13.01.2004









Wie der arabische Sender Al-Jazeera am Dienstag berichtete, wird am Mittwoch in Israel ein Rabbi angeklagt werden, weil er sich Bulldozern in den Weg gestellt hat, die Häuser von Palästinensern abreißen sollten.

Rabbi Arik Aschermann, Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation "Rabbis for Human Rights" (Rabbis für Menschenrechte), hatte versucht, den Abriß von zwei palästinensischen Häusern in der West Bank zu verhindern.

Nach israelischer Darstellung erfolgt der Abriß, weil die Häuser ohne die erforderliche Baugenehmigung errichtet worden sind. Ascherman als auch viele israelische und palästinensische Menschenrechtsorganisationen sagen aber, daß es für Palästinenser praktisch unmöglich ist, eine solche Genehmigung zu erhalten.

"Es ist die Politik der Hausabrisse, die vor Gericht gestellt werden muß, zusammen mit allen Einrichtungen, die sie unterstützen", so Ascherman in einer Erklärung.

Über 300 US-amerikanische Rabbis haben einen offenen Brief des amerikanischen Ablegers der Organisation an den israelischen Premierminister Ariel Sharon unterzeichnet, der sich einerseits für eine Einstellung des Verfahrens, andererseits aber deutlich gegen die Zerstörung der Häuser ausspricht.

Ascherman beschrieb die Szene bei einer der Zerstörungen:

"Die Großmutter jammerte während sich der Vater der Familie an die Brust faßte und andere uns anflehten etwas zu tun. Es war einfach herzzerreißend... wir sahen hilflos mit an, wie die Preßluftbohrer in das Haus eindrangen. Einem Offizier nach dem anderen las ich Kapitel und Absatz der vielen internationalen Konventionen, deren Mitglied Israel ist, vor."

Aber, so Ascherman, "die Kommandeure befahlen ihren Leuten, nicht zuzuhören oder das Papier anzunehmen."

Im Falle der Verurteilung drohen Ascherman, der zusammen mit zwei weiteren angeklagt wird, bis zu drei Jahre Haft.





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