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Wurde Sharon bestochen?
21.01.2004









Wie die israelische Haaretz am Mittwoch meldete, wurde in Israel der Unternehmer David Appel der Bestechung angeklagt. Empfänger der Zahlungen - die sich insgesamt auf über 500.000 Euro belaufen sollen - war der Anklageschrift zufolge zumindest indirekt der derzeitige israelische Premierminister Ariel Sharon.

Die Anklage wirft Appel vor, einen Beratervertrag mit Ariel Sharons Sohn Gilad abgeschlossen zu haben. Dem Vertrag zufolge sollte Gilad Sharon als Vertriebsberater für eine von Appel auf einer griechischen Insel geplante Ferienanlage arbeiten.

"Appel und Gilad trafen eine Abmachung, obwohl Appel wußte, daß Gilad nicht die erforderlichen beruflichen Fähigkeiten hatte. Appel vereinbarte mit Gilad, Ariel Sharons Sohn aufgeblähte Beträge zu bezahlen um so Ariel Sharon in seinen öffentlichen Positionen zu beeinflussen", so die Anklage.

Der Polizei liegen Beweise vor, daß Gilad Sharon sogar dann noch weiter Geld erhielt, als schon klar war, daß der Plan der Ferienanlage nicht verwirklicht werden würde. Insgesamt soll Gilad rund 75.000 Euro erhalten haben. Weitere 450.000 Euro seien an Ariel Sharon Farm im Negev bezahlt worden.

Als Gegenleistung soll Ariel Sharon - zum damaligen Zeitpunkt israelischer Außenminister - Appel hinsichtlich der griechischen Ferienanlage geholfen haben. Unter anderem hat er damals eine Veranstaltung zu Ehren des stellvertretenden griechischen Außenministers abgehalten.

Außerdem soll Ariel Sharon Appel sowohl vor als auch während seiner Amtszeit als israelischer Premierminister bei Immobiliengeschäften unterstützt haben. So soll er, nachdem Appel Land in Ginaton, in der Gegend von Lod, gekauft hatte und Sharon darum gebeten hatte, dafür zu sorgen, daß Ginaton zu Lod eingemeindet wird, dies tatsächlich versucht haben.

Ein weiterer Empfänger von Bestechungsgeldern Appels in den 90er Jahren war der Anklage zufolge der damalige Bürgermeister von Jerusalem, Ehud Olmert. Olmert ist heute stellvertretender Premierminister Israels.

Appels Anwalt hat die Anschuldigungen als unbegründet zurückgewiesen.

Derzeit ist weder eine Anklage Sharons noch Olmerts geplant. Dies war für den israelischen Justizminister Yosef Lapid auch Grund genug, Forderungen der Opposition nach einem Rücktritt beider Politiker zurückzuweisen.





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