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Al-Sistani lehnt US-Pläne ab
11.01.2004









Der einflußreichste shiitische Geistliche des Iraks, Ayatollah Ali al-Sistani, lehnt weiterhin die amerikanischen Pläne, eine irakische Übergangsregierung ohne allgemeine Wahlen einzusetzen, ab, berichtete der arabische Sender Al-Jazeera am Sonntag.

Eine Abordnung des von den USA eingesetzten "irakischen Regierungsrates" hatte sich in der Stadt Najaf mit al-Sistani getroffen, um ihn von den Plänen zu überzeugen.

"Der Ayatollah berief sich auf seinen Standpunkt, daß die geplante provisorische Nationalversammlung die Iraker nicht am Besten vertreten könnte", so eine von seinem Büro nach dem Treffen veröffentlichte Erklärung.

Al-Sistani ist auch der Ansicht, daß eine nicht vom irakischen Volk gewählte Regierung keine Berechtigung hat, Abkommen mit den USA über eine weitere Anwesenheit von US-Soldaten in dem Land zu treffen.

"Ayatollah Sistani besteht auf direkten allgemeinen Wahlen", sagte Muwaffaq Rubaie, ein shiitisches Mitglied der Abordnung, die al-Sistani besucht hatte.

Al-Sistani warnte, daß die derzeitigen Pläne für eine Übergangsregierung "zahlreiche Probleme schaffen würden."

Aufgrund seiner religiösen Stellung bedeutet seine Ablehnung ein ernstes Problem für die US-Pläne, da es hierdurch aller Wahrscheinlichkeit nach auch zu einer Ablehnung durch einen großen Teil der irakischen Shiiten kommen würde.

Sollten die USA sich entschließen, die Pläne wie derzeit angedacht durchzuführen, auch wenn al-Sistani sie weiterhin ablehnt, könnte dies zum endgültigen Ausbruch offener Feindschaft seitens der irakischen Shiiten führen. Seine Warnung vor "zahlreichen Problemen" könnte als erste Andeutung hierfür verstanden werden.





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