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Verständnis verboten
23.01.2004









Die britische Abgeordnete Jenny Tonge ist von dem Vorsitzenden ihrer Partei Liberal Democrats, Charles Kennedy, aufgefordert worden, ihr Amt als Sprecherin für Kinder niederzulegen, nachdem sie Verständnis für palästinensische Selbstmordattentäter geäußert hatte, berichtete der britische Guardian am Freitag.

Tonge hatte am Mittwoch bei einem Treffen der Palestinian Solidarity Campaign (PSC) gesagt:

"Diese spezielle Art des Terrorismus, der Selbstmordbomber, entsteht wirklich aus Verzweiflung heraus.

Viele, viele Menschen kritisieren, viele, viele Menschen sagen, es ist nur eine weitere Form des Terrorismus, aber ich kann es verstehen und ich bin eine ziemlich gefühlsbetonte Person und ich bin eine Mutter und eine Großmutter. Ich denke, wenn ich in der Situation leben müßte, und ich sage das mit Bedacht, könnte ich auch möglicherweise darüber nachdenken, einer zu werden.

Und es ist schrecklich, das zu sagen."

Diese Äußerungen führten zu schwerer Kritik an dem Mitglied des britischen Parlaments. Ich wurde vorgeworfen, hierdurch Selbstmordattentate für verzeihlich erklärt zu haben.

An den Vorwürfen konnte offensichtlich auch ein Auftritt in der Sendung BBC Breakfast nichts mehr ändern, bei dem sie sagte: "Das bedeutet nicht, daß ich Selbstmordanschläge verzeihe, das tue ich nicht. Ich glaube, daß es entsetzlich und abscheulich ist. Aber wir müssen versuchen zu verstehen, woher sie kommen und die Situation verstehen, in der sie leben."

Tatsächlich ist der Übergang zwischen dem Äußern von Verständnis und dem Gutheißen hier sicherlich fließend. Wenn es aber andererseits nicht mehr möglich ist, auf die Umstände hinzuweisen, die zu derartigen Taten führen, wird die Wahrscheinlichkeit einer Lösung des Konflikt immer geringer, da hierdurch zumindest eine grundlegende Motivation ausgeblendet wird.





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