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Kriegsplanungen direkt nach Amtsantritt
11.01.2004









Die Planungen der US-Regierung für den Irakkrieg begannen den Aussagen des früheren US-Finanzministers Paul O'Neill zufolge schon wenige Tage nach Amtsantritt des US-Präsidenten George W. Bush im Januar 2001, berichtete CBS News am Samstag.

In seinem ersten Interview über seine Zeit als US-Finanzminister - er wurde entlassen, weil er mit den Steuersenkungsplänen nicht einverstanden war - sagte O'Neill:

"Von Anfang an gab es die Überzeugung, daß Saddam Hussein ein schlechter Mensch war und daß er verschwinden müßte. Für mich ist der Gedanke der Prävention, daß die Vereinigten Staaten das einseitige Recht haben, zu tun, was auch immer sie beschließen, ein wirklich großer Sprung."

O'Neill stellt die Hauptquelle für das demnächst erscheinende Buch "The Price of Loyalty" ("Der Preis der Treue") von Ron Suskind dar.

Nach Suskinds Aussage wurden ihm von O'Neill und anderen Insidern des Weißen Hauses Dokumente zur Verfügung gestellt, die belegen, daß die US-Regierung schon in den ersten drei Monaten des Jahres 2001 - lange vor den Anschlägen vom 11.9.2001 - die militärischen Möglichkeiten, Hussein zu stürzen begutachteten und Planungen für die Zeit nach seinem Sturz durchführten. Hierzu gehörten Besatzungstruppen, Kriegsverbrechertribunale und Pläne für die Verwendung des irakischen Erdöls.

In dem Buch wird O'Neill verwundert darüber zitiert, daß sich im National Security Council (Nationaler Sicherheitsrat) keine Fragen erhoben, warum es eine Invasion in den Irak geben sollte. "Es ging nur darum, einen Weg zu finden, es zu tun. Das war der Tenor. Der Präsident sagte ‚Suchen Sie mir einen Weg, das zu machen'", so O'Neill in dem Buch.

Diese Darstellung wird von Entifadh Qanbar, Sprecher des "Iraqi National Congress", bestätigt. Gegenüber CBS sagte er, daß die US-Regierung schon kurz nach Amtsantritt von George W. Bush Verbindungen zu der Organisation von Exilirakern aufgenommen hatte, um Möglichkeiten, Hussein zu stürzen, zu besprechen.

Da die Planungen fast ein Jahr vor den Anschlägen in New York und Washington begonnen hatten, als deren Folge George W. Bush den "Krieg gegen den Terror" erklärte, kann es zwischen der Planung für den Einmarsch im Irak und den Anschlägen keinen Zusammenhang geben. Zumindest nicht solange, wie man nicht annehmen will, daß die Anschläge ebenfalls zur Planung der US-Regierung gehörten, wie dies einige "Verschwörungstheoretiker" tun.

Gleichgültig, was der wirkliche Grund für die Eroberung des Iraks war, sei es das irakische Öl, der Wille Bushs, zu beenden, was sein Vater im ersten Golfkrieg begonnen hatte, die politische "Neuordnung" des Mittleren Ostens, der Schutz des US-Dollars oder eine der vielen anderen Möglichkeiten, der "Krieg gegen den Terror" war es immerhin offensichtlich nicht.





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