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6 Prozent weniger Arbeitslose
23.02.2004









Die Arbeitslosenquote in Venezuela ist einem Bericht von Venezuelanalysis vom Samstag zufolge innerhalb eines Jahres um über 6 Prozent gefallen.

Litt das Land im Februar 2003, nach dem Ende des zweimonatigen Streiks in der Ölindustrie und Ausperrungen durch Unternehmen unter einer Arbeitslosigkeit von 20,7 Prozent, so fiel der Wert im Dezember 2003 auf 14,1 Prozent und damit den tiefsten Wert seit den ersten Aussperrungen im Januar 2002.

Im April 2002 kam es außerdem zu einem Putschversuch der Oppositionellen, die auch für die Streiks, Aussperrungen und eine Vielzahl von Sabotageakten verantwortlich waren.

Grund für den starken Rückgang der Arbeitslosigkeit sind mehrere Maßnahmen der Regierung unter Präsident Hugo Chavez, unter anderem die Einführung von Wechselkurskontrollen, um so die Kapitalflucht aus dem Land zu verhindern.

Außerdem hat die Regierung eine massive Förderung sozialer Programme und wirtschaftlicher Projekte - "Missionen" genannt - begonnen, vergibt niedrig verzinste Kredite an kleine und mittlere Unternehmen, unterstützt die Entstehung von Genossenschaften und vergibt Aufträge der Regierung vorrangig an ortsansässige Unternehmen.

Den größten Anteil an dem Aufschwung dürfte aber die Festschreibung des Wechselkurses des Bolivars gegenüber dem US-Dollar gehabt haben. Um trotzdem ausländische Investitionen anzuziehen hat das Finanzministerium seit vergangenem August Dollar-Anleihen in Milliardenhöhe herausgegeben. Die Verteilung auf Anleger wurde dabei aber stark reguliert, so dürfen beispielsweise Banken und Maklerfirmen nur 20 Prozent der Anleihen erwerben.

Als Folge der Währungskontrollen sind auch die ausländischen Währungsreserven von 11 auf über 20 Milliarden US-Dollar gestiegen. 6 Milliarden hiervon will Chavez nun zur Förderung weiterer "Missionen" einsetzen, was von der Landesbank mit Hinweis auf die Verfassung allerdings abgelehnt wird.

Die Opposition wirft Chavez vor, durch diesen "Ausgabenrausch" Wählerstimmen kaufen zu wollen. Angesichts der Tatsache, daß die Arbeitslosenquote in dem Land durch die Maßnahmen um ein Drittel gesunken ist, ist es allerdings kaum verwunderlich, daß seine Beliebtheit wieder über 50 Prozent liegt.

Sicherlich resultiert zumindest ein Teil der neuen Arbeitsplätze einfach aus der Tatsache heraus, daß die Ölindustrie wieder ihre Arbeit aufgenommen hat, da die Quote jetzt allerdings deutlich unterhalb derer vor Beginn der Streiks liegt, müssen zahlreiche Arbeitsplätze durch Chavez Maßnahmen geschaffen worden sein.

Da gerade die Wechselkurskontrolle aber der Vorstellung eines uneingeschränkten Kapitalismus, wie in sich gerade die USA für den ganzen amerikanischen Kontinent wünschen, zuwiderläuft, ist kaum verwunderlich, daß sie Venezuela als ernste Bedrohung ansehen.





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