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Unterernährung in Palästina
05.02.2004









Einer parteiübergreifenden Untersuchung von britischen Abgeordneten zufolge ist die Unterernährung in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten "ebenso schlimm wie an jedem beliebigen Ort in Schwarzafrika", berichtete Reuters am Donnerstag.

Der Bericht des International Development Select Committee (Sonderausschuß für Internationale Entwicklung) ruft außerdem die britische Regierung dazu auf, Druck auf die Europäische Union auszuüben, damit diese Handelssanktionen gegen Israel verhängt, bis dies seine Sanktionen gegen Palästina aufhebt.

Der Bericht besagt, daß "Palästinenser bisher nicht an Hunger sterben. Aber sie leiden an Unterernährung, da die Vorräte immer weiter gestreckt werden, um mehr und mehr Menschen zu versorgen."

Nach Ansicht des Berichts sind aber nicht nur die von Israel eingesetzten Beschränkungen verantwortlich für das Problem. Außerdem verhindere die von Israel gebaute "Mauer", daß tausende von palästinensischen Bauern Zugang zu ihren Feldern, Märkten oder der Wasserversorgung haben.

"Maßnahmen wie der Bau einer Sicherheitsbarriere, höher als die Berliner Mauer, erzeugen für die Israelis vielleicht ein Trugbild sofortiger Sicherheit, aber der Grad der Verzweiflung, der von einfachen Palästinensern gefühlt wird, weil ihnen ein normales Leben verweigert wird, kann den Nachschub an Selbstmordattentätern nur vergrößern", so der Ausschußvorsitzende Tony Baldry.

"Die palästinensische Wirtschaft ist vollständig zusammengebrochen", so der Bericht. "Die Arbeitslosenzahl in der Region liegt zwischen 60 und 70 Prozent und viele derjenigen, die Arbeit haben, sind auf NGOs oder internationale Hilfsorganisationen angewiesen, um Arbeit zu haben."

Einem Bericht der Weltbank vom März vergangenen Jahres zufolge lebten schon damals 60 Prozent der Bevölkerung der West Bank und des Gazastreifens unterhalb der Armutsgrenze von 2 US-Dollar am Tag, was einer Verdreifachung seit September 2000 entsprach.





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