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Keine Spione in Guantánamo
18.02.2004









In letzter Zeit ist es auffällig still um die beiden anfangs als aufsehenerregende Spionagefälle dargestellten Verhaftungen zweier Angehöriger des US-Militärs im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba geworden.

Der Grund hierfür ist offensichtlich, daß der Vorwurf der Spionage ebenso begründet war, wie der Vorwurf an den Irak, er habe Massenvernichtungswaffen besessen.

So sind bereits im Dezember nur noch 17 von ursprünglich 30 Vorwürfen gegen den als Übersetzer arbeitenden Ahmad I. al-Halabi übrig gewesen. Unter anderem waren auch die Vorwürfe der "Unterstützung des Feindes" und der Spionage durch Weitergabe von Informationen an unbefugte Personen fallengelassen worden.

Auch der Hauptmann James Yee, ein Geistlicher, ist anscheinend unschuldig. Zwar wird das Verfahren gegen ihn noch fortgesetzt, Ende November wurde er allerdings nach 76 Tagen Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt.

Eine für heute angesetzte Verhandlung ist am Dienstag erneut verschoben worden. Der neue Termin der damit zum fünften Mal verschobenen Verhandlung ist der 10. März, als erster Termin war der 2. Dezember angesetzt worden.

Die offizielle Begründung für die wiederholten Verschiebungen der Verhandlung ist, daß die US-Army bisher die Überprüfung, Dokumente der Geheimhaltung unterlagen, nicht beendet habe.

"Ich weiß nicht, was an der Fertigstellung dieser Einstufungsuntersuchung so lange dauert, aber es unterstützt eindeutig unseren Standpunkt, daß es dort kein 'dort' gibt", so Yees Anwalt Eugene Fidell gegenüber AP.

Wie im Fall al-Halabis sind mittlerweile auch die Vorwürfe der Spionage gegen Yee fallengelassen worden. Zu den noch übriggebliebenen Vorwürfen von unsachgemäßer Behandlung von Material, das der Geheimhaltung unterlag, dem Nichtbefolgen eines Befehls und der Abgabe einer falschen öffentlichen Erklärung wurden noch Ehebruch und für einen Offizier ungehöriges Verhalten hinzugefügt - er soll pornographische Dateien aus dem Internet auf sein vom US-Militär gestelltes Laptop heruntergeladen haben.

Hier zeigt sich deutlich, daß ein Freispruch in jedem Fall verhindert werden soll, auch wenn sich die ursprünglichen Vorwürfe der Spionage bereits als falsch erwiesen haben.





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