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Will Israel wirklich Frieden?
27.02.2004









Nachdem erst am Donnerstag zwei palästinensische Demonstranten, die gegen die israelische "Mauer" protestiert hatten, von israelischen Soldaten erschossen worden sind, haben israelische Soldaten einer AFP-Meldung zufolge am Freitag nach dem moslemischen Freitagsgebet in der dort befindlichen Al-Aqsa-Moschee das unter der jüdischen Bezeichnung Tempelberg (Har-haBait) bekannte Gelände gestürmt.

Dort stießen die Polizisten mit palästinensischen Demonstranten zusammen. Hinsichtlich Ursache und Wirkung sind die Berichte der Nachrichtenagenturen allerdings alles andere als eindeutig.

Festzustehen scheint, daß die Polizisten auf dem Gelände von den Demonstranten mit Steinen beworfen wurden und daß zwei Steine auf den Platz vor der unterhalb des Geländes liegenden Westmauer ("Klagemauer") gefallen sind, was kurzfristig zu einer Evakuierung der jüdischen Gläubigen geführt hat.

Der Auslöser für das Eindringen der israelischen Polizisten ist dereit allerdings nicht aus den Berichten ersichtlich. Während der Sprecher der israelischen Polizei, Gil Kleiman, sagte, die Polizisten wollten verhindern, daß die Palästinenser von dem von Moslems al-Haram al-Sharif ("das erhabene Heiligtum") genannten Gelände aus Steine auf jüdische Gläubige werfen.

Adnan Husseini, Direktor des islamischen Waqfs, der das Gelände verwaltet, andererseits sagte gegenüber Reuters, daß "Es keine Provokation für solch einen israelischen Angriff gegeben hat." Er nannte es "verabscheuungswürdig und inakzeptabel".

Die zweite palästinensische Intifada war durch einen "Besuch" des Tempelbergs durch den damaligen Oppositionsführers und jetzigen israelischen Premierminister Ariel Sharon, geschützt durch hunderte bewaffnete Soldaten und Polizisten, ausgelöst worden.

Bereits am Mittwoch war es in den palästinensischen Städten Ramallah und Al-Beirah zu Vorfällen gekommen, die als "staatlicher Bankraub" bezeichnet werden könnten.

Wie IslamOnline (IOL) berichtete, waren israelische Soldaten in mehrere Banken eingedrungen, hatten sich Zugang zu Kontoinformationen verschafft und Bargeld im Wert von 6,5 bis 9 Millionen US-Dollar "beschlagnahmt". Außerdem wurden zwei Mitarbeiter verhaftet. Augenzeugen berichteten, daß die Überwachungskameras der Banken von den Soldaten außer Funktion gesetzt oder mit Säcken verhüllt worden sind.

Nach israelischen Angaben erfolgte dies, um Konten zu beschlagnahmen, über die Terroranschläge und die Unterstützung von Familien von Attentätern finanziert würden.

Nach Angaben von Fouad Haddad, dem Leiter der palästinensischen Finanzbehörde, war das Vorgehen der israelischen Armee ein Verstoß gegen ein israelisch-palästinensisches Abkommen, demzufolge Israel Aggressionen gegen palästinensische Finanzinstitute untersagt sind.

Tatsächlich drängt sich hier der Verdacht auf, daß vielmehr das Vertrauen der Palästinenser in die Sicherheit ihrer Einlagen bei Banken erschüttert werden sollte, da üblicherweise derartige Konten "eingefroren" werden und nicht Bargeld mit Waffengewalt "abgehoben" wird.

Das Vorgehen Israels in den letzten Tagen erweckt ein weiteres Mal kaum den Eindruck, als wäre das Land tatsächlich an einer friedlichen Lösung des Konflikts mit Palästina interessiert.





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