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Die amerikanische Disco
08.02.2004









Bereits am Freitag berichtete die Neue Zürcher Zeitung, daß kubanischen Musikern die Einreise in die USA verweigert wurde, um an der Verleihung der Grammy-Awards teilzunehmen.

Mehreren kubanischen Musikern, unter anderem auch dem bekannten Pianisten Ibrahim Ferrer, sind Visa für die Vereinigten Staaten auf Grundlage eines Abschnitts des amerikanischen Einwanderungsgesetzes verweigert worden, demzufolge der US-Präsident - derzeit also George W. Bush - Ausländern die Einreise verwehren kann, wenn ihr Besuch als "schädlich für die Interessen der USA" angesehen wird.

Getreu dem bekannten Motto "Ey, Du kommscht hier net rein!" wird das amerikanische Volk also vor dem schädlichen Einfluß von Musikern bewahrt, die die von ihnen vorgetragene Musik tatsächlich auch selbst spielen. Eine Konfrontation mit einer solchen Darbietung wäre für amerikanische Ohren sicherlich nicht folgenlos, sind sie doch eher an die Darbietungen von Künstlern wie Britney - oder wie sie von manchen genannt wird "Titney" - Spears gewöhnt.

Einem AP-Bericht vom Sonntag zufolge ist nun auch einem kubanischen Priester die Einreise in die USA - das "Land der Freien", wie es auch von US-Präsident George W. Bush genannt wurde - verweigert worden.

Raul Suarez von der Baptistengemeinde Ebenezer in Havanna wollte diesen Monat in die USA reisen, um eine Reihe von Predigten und Ansprachen zu geben. Suarez, der außerdem Leiter der Martin Luther King Jr.-Gedenkstätte in Havanna ist, hat nach eigenen Angaben im letzten Jahrzehnt mehrfach Visa für USA-Besuche erhalten.

Brenda Greenberg, eine Sprecherin des US-Außenministeriums, wollte keinen Kommentar zu der Angelegenheit abgeben, da dies die Privatsphäre verletzen würde. Jay Higginbotham von der Organisation Mobile-La Habana, die Suarez eingeladen hatte, sagte, man hätte ihnen gegenüber gesagt, Suarez würde die Einreise verweigert werden, weil er ein Stellvertreter in der kubanischen Nationalversammlung sei. Dies wurde von Suarez gegenüber AP bestritten.

Die USA haben zwar schon in der Vergangenheit hochrangigen Mitgliedern der kubanischen Regierung die Einreise in die USA verweigert, dies scheint allerdings für einen "Vertreter im Parlament" kaum die passende Beschreibung zu sein.

Vielmehr scheint es so zu sein, daß die USA auch auf diesem Weg versuchen, zunehmend Druck auf Kuba auszuüben.

Allerdings scheint es wenig wahrscheinlich, daß es tatsächlich aufgrund derartiger Repressionen gegen einzelne Personen zu einem Umsturz der den USA so verhaßten kubanischen Regierung um den Präsidenten Fidel Castro kommt.





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