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Massaker in Uganda
06.02.2004









Wie AP am Donnerstag berichtete, ist es in einem Flüchtlingslager im Norden Ugandas zu einem Massaker gekommen, bei dem 54 Zivilisten und 2 Soldaten von den Angreifern getötet wurden.

Das Lager Abia, in dem über 10.000 Flüchtlinge leben, war vor Sonnenaufgang von einer großen Gruppe von Rebellen der "Lord's Resistance Army" (LRA, "Gottes Widerstands-Armee") angegriffen worden.

Der Geistliche Sebath Ayele von der Comboni Fathers Mission sagte telephonisch gegenüber AP, daß er das Lager besucht hat. Seiner Aussage nach sind 46 Menschen getötet worden, 8 weitere im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen sowie über 70 verletzt worden.

"Ich habe gerade das Lager gesehen und einige Hütten brennen immer noch", berichtete Ayele. "Die Rebellen kamen in großer Zahl, kämpften mit den Soldaten und überwältigten sie, wobei sie zwei Soldaten töteten."

Ziel der 1988 gegründeten LRA um den Anführer Joseph Kony ist es nach eigener Aussage, die Regierung Ugandas zu stürzen und durch ein auf den biblischen Zehn Geboten basierendes Regime zu ersetzen.

Die Angriffe der LRA richten sich allerdings hauptsächlich gegen Zivilisten und Hilfsorganisationen, um so an Lebensmittel zu gelangen. Außerdem werden häufig Kinder entführt, die als neue "Rekruten" oder - im Fall von Mädchen - als Sexsklaven benutzt werden. Mädchen werden außerdem als Arbeiterinnen eingesetzt oder gegen Waffen eingetauscht.

In der Vergangenheit gab es starke Spannungen zwischen Uganda und dem Sudan, da dem Sudan eine Unterstützung der LRA vorgeworfen wurde. Andererseits wurde Uganda vorgeworfen, die "Sudan People Liberation Army" (SPLA, "Sudan Volksbefreiungsarmee", nicht zu verwechseln mit der "Sudan Liberation Army" SLA) zu unterstützen.

Im vergangenen Jahr kam es schließlich zu einem Abkommen zwischen den beiden Ländern, aufgrund dessen Uganda auf sudanesischem Gebiet gegen die LRA vorgehen durfte.

Im Januar diesen Jahres verkündete der Verteidigungsminister Ugandas, Amama Mbabazi, daß seit dem 1. Januar 2003 928 Mitglieder der LRA getötet und 791 weitere gefangengenommen worden sind. Außerdem seien 7.299 entführte Menschen befreit worden.

Wie der Vorfall in dem Flüchtlingslager nun zeigt, ist die LRA aber offensichtlich noch weit davon entfernt, besiegt zu sein.





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