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MATRIX unplugged
01.02.2004









Wie Deseret Morning News am Freitag berichtete, hat der US-Bundesstaat Utah seine Beteiligung an dem bundesweiten Projekt MATRIX vorerst eingefroren.

MATRIX ist die Abkürzung von "Multistate Anti-Terrorism Information Exchange" ("Länderübergreifender Informationsaustausch zur Terrorismusbekämpfung") und soll möglichst alle Daten aller Menschen in den USA sammeln und in einer Datenbank zusammenführen. Zu den übermittelten Daten gehören Führerscheine ebenso wie Verurteilungen oder Photos, die vom Department of Corrections (Gefängnisbehörde) von Personen angefertigt wurden.

Eine ganze Reihe weiterer, öffentlich zugänglicher Datenbanken wird außerdem von privaten Unternehmen aufbereitet und verkauft. Dies schließt unter anderem detaillierte Informationen über die finanzielle Situation, Immobiliengeschäfte, Fischereischeine und vieles mehr ein.

Offiziell sollen nur Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf die Daten erhalten, da es sich bei dem Betreiber allerdings um ein privates Unternehmen handelt, kann kaum wirklich ausgeschlossen werden, daß die Daten früher oder später nicht auch weiterverkauft werden.

Die Gouverneurin von Utah, Olene Walker, hat nun beschlossen, die Teilnahme - Utah gehört zu den 13 US-Bundesstaaten, die an der Pilotphase beteiligt sein sollen - an dem Projekt so lange auszusetzen, bis "wir es vollständig verstehen und zusätzliche Informationen bekommen und den Überblick bekommen."

Im vergangenen Juni hatte der damalige Gouverneur des Bundesstaates Mike Leavitt die Teilnahme Utahs an dem Projekt unterschrieben, hatte hierüber aber offenbar die Abgeordneten nicht informiert.

Der Abgeordnete Morgan Philpot hat am Donnerstag zwei Vorlagen eingebracht, die eine Teilnahme an MATRIX verhindern sollen.

"Wenn es eine Datensammlung [über Bürger] gibt, ohne daß die Gesetzgeber oder die Bürger davon wissen... nun, das ist falsch. Wir müssen wissen, warum das passiert ist und einen rechtskräftigen Grund dafür", sagte er.

Der Entwurf einer Resolution soll dazu dienen, Walker und weitere Regierungsmitglieder zur Beantwortung entsprechender Fragen zu bringen. Der zweite Entwurf, eine Gesetzesvorlage, wurde von ihm für den Fall eingebracht, daß ein Gesetz nötig wäre.

"Zusammen nenne ich sie ‚MATRIX unplugged'", sagte er scherzend.

Er erhofft sich Antworten auf eine ganze Reihe von Fragen: "Sollten wir MATRIX in Utah beenden? Welche Informationen haben wir ihnen gegeben? Und am allerwichtigsten, können wir einen Teil oder alle Information zurückerhalten und die Datenbank bereinigen lassen?"





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