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Belgien verbietet Gen-Raps
03.02.2004









Einem Bericht des britischen Guardian vom Dienstag zufolge hat die belgische Regierung einen Antrag des deutschen Unternehmens Bayer CropScience auf Anbau von genverändertem Raps in dem Land abgelehnt.

Wissenschaftliche Untersuchungen hatten gezeigt, daß der Anbau solcher Pflanzen sich negativ auf die Artenvielfalt auswirkt. Sowohl Bienen als auch Schmetterlinge waren bei Versuchen in Großbritannien in Feldern mit genverändertem Raps weniger häufig zu beobachten, als in Feldern mit natürlichem Raps.

Die Tatsache, daß ebenfalls weniger Beikräuter vorhanden waren, ist kaum überraschend, da die Rapsgene derart verändert wurden, daß die Pflanzen gegenüber Unkrautvernichtungsmitteln unempfindlicher sind. Dementsprechend ist davon auszugehen, daß der Einsatz solcher Chemikalien höher ist als auf anderen Feldern. Die Samen dieser Beikräuter dienen allerdings vielen Tieren als Nahrung, so daß mittelfristig und bei einem großflächigen Anbau von weiteren Beeinträchtigungen für die Artenvielfalt auszugehen ist.

Belgische Umweltschutzorganisationen zeigten sich begeistert über die Entscheidung, so sagte Karen Simal von Greenpeace: "Das ist ein Schlag ins Gesicht der Biotech-Industrie und ein Sieg für die Umwelt."

Allerdings will Belgien den Import von Rapssaat von genmanipuliertem Raps zur Gewinnung von Rapsöl weiterhin zulassen. Nach Aussage von Karim Ibourki, einem Sprecher des belgischen Gesundheitsministeriums, soll das Öl aber nur als Treibstoff und nicht zum Verzehr verwendet werden.

Trotzdem wurde dies kritisiert. Arian Bebb von der Organisation "Friends of the Earth Europe" sagte: "Genmanipulierte Rapssaat wird die Umwelt schädigen und nicht-genmanipulierte Landwirtschaft kontaminieren, unabhängig davon, ob es in der EU oder anderswo in der Welt angebaut wird."

In Belgien muß bald darüber entschieden werden, ob der Anbau von genveränderten Zucker- und Futterrüben zugelassen werden soll. Durch die Entscheidung bezüglich des Rapses ist auch hier eine Ablehnung wesentlich wahrscheinlicher geworden. Außerdem hat die belgische Regierung angekündigt, die restlichen europäischen Staaten dazu aufzurufen, ebenfalls den Anbau zu verbieten.





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