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Wurde Rybkin "überredet"?
11.02.2004









Wie AP am Mittwoch berichtete, hat der russische Präsidentschaftskandidat Ivan Rybkin erklärt, er wolle eine Woche lang darüber "nachdenken", ob er sich weiterhin zur Wahl des russischen Präsidenten stellen will.

Diese Ankündigung machte er, nachdem er wieder nach Moskau zurückgekehrt war. Rybkin war fünf Tage lang verschwunden - weder seine Frau noch seine Wahlkampfhelfer kannten seinen Aufenthaltsort und es gab Befürchtungen, er könnte ermordet worden sein - bis er sich schließlich aus der ukrainischen Stadt Kiew meldete.

Hatte er anfangs noch gesagt, er hätte eine "Auszeit" gebraucht und sein Mobiltelephon ausgeschaltet, so hat er mittlerweile eine ganze Reihe von Andeutungen gemacht, die vermuten lassen, daß seine Abwesenheit alles andere als freiwillig war.

So sagte er in einem Interview bei dem Radiosender "Echo von Moskau": "Wenn ich gesagt hätte, was ich Ihnen jetzt sage... ist es möglich, daß wir jetzt nicht dieses Gespräch führen würden."

Auf die Frage, ob er Opfer von Gewalt oder eines Mordversuchs geworden ist, sagte er nur: "Das möchte ich nicht genauer beschreiben". Weiterhin sagte er, daß er die letzten zwei Jahre über beschattet worden sei. Deshalb warf er der russischen Staatssicherheitsbehörde, der FSB, vor, nicht dazu beigetragen zu haben, sein Verschwinden zu klären. "Sie hätten mich unverzüglich gefunden... aber stattdessen entstand eine sehr komplizierte Situation", sagte er.

Einer Reuters-Meldung zufolge hatte er während der Zeit seines Verschwindens "Angst um seine persönliche Sicherheit".

Rybkin, der früher Unterhändler bei Verhandlungen mit tschetschenischen Rebellen war, sagte bei seiner Rückkehr: "Ich komme zurück mit einem Gefühl, als hätte ich gerade eine Verhandlungsrunde mit Tschetschenen beendet."

Auf die Frage, ob er Opfer von Gewalt oder eines Mordversuchs geworden ist, antwortete er: "Das möchte ich nicht näher beschreiben."

Nach Angaben der Moskauer Polizei hat Rybkin ihr gegenüber allerdings gesagt, daß er nicht Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Freunde und Wahlkampfhelfer halten es für unwahrscheinlich, daß Rybkin die geäußerten Gefahren nur erfunden hat, um einen Vorteil bei den kommenden Wahlen zu erlangen. Andererseits erscheint es allerdings auch wenig wahrscheinlich, daß ein Wahlkampfgegner - der derzeitige Präsident Vladimir Putin liegt in Umfragen praktisch uneinholbar vorn - zu derartigen Schritten gegen den Außenseiter Rybkin greifen würde.

Allerdings hat Rybkin nicht nur Putin kurz vor seinem Verschwinden scharf kritisiert, er wurde außerdem durch den im Exil lebenden Milliardär Boris Berezovsky unterstützt. Auch Berezovsky ist ein starker Gegner Putins.





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