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Unruhen in Australien
16.02.2004









Wie AP berichtete, ist es in der Nacht zum Montag in der australischen Stadt Sydney zu schweren Unruhen gekommen.

Auslöser für die über 9 Stunden andauernden Straßenschlachten der Bewohner des Stadtteils Redfern, ein fast ausschließlich von Aborigines - australischen Ureinwohnern - bewohnter Slum, war der Tod eines 17-jährigen Jungen. Thomas Hickey starb, als er von seinem Fahrrad auf einen Zaun fiel und von diesem aufgespießt wurde. Nach Angaben seiner Mutter Gail Hickey wurde er zu dem Zeitpunkt von Polizisten gejagt, dies wird von der Polizei allerdings bestritten.

"Es muß aufhören, die Art wie sie unsere Kinder behandeln", so seine Mutter. "Sie behandeln unsere Kinder wie Hunde... sie behandeln sie brutal."

Nach Angaben von Lyle Munro, dem Leiter der Aborigine-Gemeinschaft, hat sich die Wut schon lange Zeit aufgestaut.

"Diese jungen Leute sind sehr, sehr aufgebracht darüber, was diesem jungen Mann passiert ist und sie sind sehr aufgebracht darüber, was ihren jungen Freunden regelmäßig widerfährt", sagte er gegenüber dem Radiosender 2UE. "Es war ein Tod, der hätte verhindert werden können, wie die meisten Tode von jungen Aborigines heutzutage."

"Das passiert jeden Tag - die Schikanierung und Einschüchterung unserer jungen Leute", sagte er. "Sie können jedes Aborigine-Kind in der Gegend, ganz besonders aus der Gegend in Redfern, befragen und die Mehrheit wird Ihnen ins Gesicht sagen... daß sie alle von der Polizei zusammengeschlagen worden sind."

Während der Unruhen wurden eine Bahnstation und ein Auto mit Molotow-Cocktails in Brand gesteckt und 40 Polizisten verletzt. Zahlen über verletzte Aborigines sind bisher nicht bekannt, vier wurden allerdings bisher festgenommen.

Hier zeigt sich in einem weiteren Punkt die geistige Nähe Australiens zu den USA, die es im Irak auch nicht für nötig halten, zivile Opfer zu zählen.

Auch die australische Opposition ist offenbar nicht gewillt, die sozialen Probleme der Aborigines zu lösen. Die 400.000 Aborigines der insgesamt 20 Millionen Bewohner Australiens sind die ärmste Gruppe und der Anteil an Inhaftierten ist am größten.

So sprach sich der Oppositionsführer John Brogden für einen Abriß des Wohnviertels aus.

"Die Tatsache, daß 40 oder 50 Polizisten verletzt wurden, während sie dort standen und von jungen Aborigine-Ganstern und anderen verprügelt wurden, ist eine unannehmbare Situation", so Brogden. "Ich würde mit Bulldozern kommen weil ich glaube, daß es das Problem niemals lösen wird, das alle paar Jahre geschehen zu lassen, was das ist, was passieren wird."





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