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Geld für Irakkrieg wird knapp
12.02.2004









Am Donnerstag berichtete der Australian, daß die im vergangenen Jahr vom US-Kongreß für die Kriege im Irak und in Afghanistan genehmigten 166 Milliarden US-Dollar voraussichtlich im September dieses Jahres aufgebraucht sein werden.

Bisher hat die Bush-Regierung im Budget des Militärs für das Jahr 2005 keine Gelder für Irak und Afghanistan vorgesehen. Da ein vollständiger Abzug innerhalb weniger Monate äußerst unwahrscheinlich ist, wäre das Militär daher gezwungen, Gelder zu verwenden, die eigentlich für andere Ausgaben eingeplant sind.

"Ich bin beunruhigt... wie wir die Lücke zwischen dem Ende dieses Haushaltsjahres und wann immer wir einen Zusatzetat im nächsten Jahr bekommen können überbrücken", sagte der Stabschef der US-Army, Peter Schoomaker gestern vor dem US-Senatskomitee für die Streitkräfte. "Und ich habe keine Antwort, wie genau wir das tun würden."

Der Kommandant der Marines, Michael Hagee, und der Stabschef der Air Force, John Jumper, waren der gleichen Ansicht.

Spekulationen, daß US-Präsident George W. Bush erst nach den Präsidentschaftswahlen im November weitere Gelder für Irak und Afghanistan bereitstellen will, um so zu verhindern, daß dies Wahlkampfthema wird, wurden von Dov Zakheim, dem obersten Finanzbeamten des Pentagons, zurückgewiesen. Seiner Aussage nach will das Pentagon abwarten, wie sich die Lage in diesem Jahr im Irak entwickelt, bevor entschieden wird, wieviel Geld benötigt wird.

Da das für den Irak im nächsten Jahr benötigte Geld vom Leiter für Finanzen im Weißen Haus, Joshua Bolten, allerdings schon auf bis zu 50 Milliarden US-Dollar geschätzt worden ist, scheint es zumindest ebenso wahrscheinlich, daß Bush versucht, dieses Thema während des Wahlkampfs zu vermeiden.

Das amerikanische Militär wird die Besatzung des Iraks sicherlich nicht aus Kostengründen beenden und auch nicht beginnen, Ausrüstungsgegenstände an Iraker zu verkaufen, um an Finanzmittel zu gelangen. Trotzdem würde es das Militär vor schwere Probleme stellen, wenn es tatsächlich ab September eine Finanzierungslücke von mehreren Milliarden US-Dollar monatlich haben sollte.

Hinzu kommen noch die steigenden Behandlungskosten für die im Irak verletzten Soldaten. Die Zahl der aus medizinischen Gründen aus dem Irak evakuierten US-Soldaten wird jetzt schon auf 11.000 bis 22.000 geschätzt.

Auf Grundlage der 166 Milliarden hat schon jetzt jeder US-Bürger rein rechnerisch 570 US-Dollar für den Krieg bezahlt - daß dies in Wahrheit mit zinsbelasteten Krediten finanziert wurde, ist dabei nicht eingerechnet.

Die Tatsache, daß allein die 166 Milliarden US-Dollar ausgereicht hätten, die Auslandsschulden von Angola (9,9), Bangladesh (16,5), Costa Rica (4,8), Ghana (7,2), Haiti (1,2), Lesotho (0,7), Liberia (2,1), Libyen (4,4), Namibia (0,5), Peru (29,2), Ruanda (1,3), Rumänien (13,7), Senegal (3,1), Uganda (2,8), Ukraine (14,2) und Vietnam (14,1) vollständig zu tilgen und noch über 4 Milliarden übrig gewesen wären, um dies "angemessen" zu feiern, macht deutlich, wieviel Geld die USA in ihre Kriege "investieren".





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