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Zweifel aus Bericht entfernt
11.02.2004









Am Dienstag berichtete der Miami Herald auf Grundlage einer Analyse des Knight Ridder, daß sich die ursprünglich streng geheime Version eines Berichts der US-Geheimdienste über damalige irakische Massenvernichtungswaffenprojekte stark von der der Öffentlichkeit präsentierten Version des Berichts unterscheidet.

Dabei wurden vor der Veröffentlichung eine ganze Reihe von Formulierungen und Einschränkungen aus dem Bericht des National Intelligence Council entfernt, bevor dieser der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Hierdurch wurden viele Annahmen und Vermutungen als gesicherte Tatsachen präsentiert.

Während die öffentliche Version behauptet, daß "die meisten Analysten glauben, daß der Irak sein Atomwaffenprogramm wider fortsetzt" und "er, wenn er weiterhin nicht kontrolliert wird, vermutlich bis zum Ende dieses Jahrzehnts eine Atomwaffe haben wird", enthielt die geheime Version auch eine gegenteilige Ansicht.

So war der Geheimdienst des Außenministeriums, das Bureau of Intelligence and Research (INR), der Ansicht, daß "sich die von uns beobachteten Aktivitäten andererseits nicht zu einem überzeugenden Fall gegen den Irak zusammenfügen, daß der Irak derzeit nachhaltig und umfassend versucht, an Atomwaffen zu gelangen. Der Irak mag dies tun, aber das INR hält die verfügbaren Beweise für nicht ausreichend, um eine solche Beurteilung zu stützen." Außerdem war das "INR nicht willens... einen Zeitrahmen für die Fertigstellung von Aktivitäten vorherzusagen, die es derzeit nicht sieht."

Während die geheime Version des Berichts von Vorbehalten wie "wir bewerten" und "unserer Beurteilung nach" durchzogen war und Formulierungen wie "uns fehlen genaue Informationen über viele Schlüsselaspekte der irakischen Programme für Massenvernichtungswaffen" enthielten, die in solchen Berichten eindeutige Hinweise auf das Fehlen von Beweisen geben, fehlten diese in der öffentlichen Vorstellung des Berichts.

Ein weiteres Beispiel für die Veränderung des im Oktober 2002 erstellten Berichts ist die Behauptung, der Irak könne unbemannte Flugzeuge (UAV) für Angriffe mit Massenvernichtungswaffen einsetzen.

Die veröffentlichte Version sagte, daß die irakischen UAVs "insbesondere, wenn sie für den Einsatz von Stoffen der chemischen oder biologischen Kriegsführung benutzt werden, die irakischen Nachbarn, US-Streitkräfte im Persischen Golf und die Vereinigten Staaten, wenn sie nahe an oder in die USA gebracht würden, bedrohen könnten."

Hier fehlte wiederum eine andere Einschätzung der Lage aus der geheimen Version des Berichts.

In diesem Fall war die US-Air Force anderer Meinung. So hieß es in dem Bericht, daß die Air Force "nicht der Ansicht ist, daß der Irak UAVs entwickelt, die vorrangig dem Einsatz chemischer oder biologischer Kampfstoffe dienen sollen." Und weiter: "Die geringe Größe der neuen irakischen UAVs deutet stark darauf hin, daß sie vorrangig für die Aufklärung vorgesehen sind, obwohl der Einsatz von Kampfstoffen eine grundsätzliche Fähigkeit darstellt."

Auch die Einschätzung, daß der Irak seinerzeit vor einem Angriff auf die USA zurückschreckte, wurde entfernt.

In der geheimen Version hieß es: "Baghdad schreckt derzeit anscheinend davor zurück, die USA durch einen Terroranschlag mit konventionellen Waffen oder mit Kampfstoffen anzugreifen, da befürchtet wird, daß die Aufdeckung einer irakischen Verwicklung den USA einen stärkeren Kriegsgrund liefern würde."

Die Befürchtung, daß gerade ein Angriff auf den Irak zu Angriffen auf die USA durch den Irak führen könnten, wurde ebenfalls aus dem Bericht entfernt.





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