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Die Angst vorm bösen Wort
19.03.2004









Am Donnerstag hat die amerikanische FCC (US-Rundfunkaufsichtsbehörde) eine Erklärung veröffentlicht (Adobe Acrobat-Datei), der zufolge das englische Wort "fuck" ab sofort in jedem Zusammenhang in Ausstrahlungen verboten ist, die nicht zwischen 22:00 Uhr und 6:00 erfolgen.

Die FCC hält das Wort für "unanständig" und "lästerlich".

Die Entscheidung hebt eine andere Entscheidung der Vollstreckungsstelle der Behörde auf, die die Benutzung des Wortes in diesem Fall als nicht unter die Regeln der FCC fallend gesehen hatte, da es sich um eine "flüchtige" und "nicht in sexuellem Zusammenhang" stehende Bemerkung gehandelt hatte.

"Das 'F-Wort' ist eine der vulgärsten, bildlichsten und eindeutigsten Beschreibungen für sexuelle Aktivität in der englischen Sprache", sagte die FCC.

Tatsächlich hat "fuck" allerdings auch andere mindestens ebenso häufig verwendete Bedeutungen. So dient der Ausruf "Fuck!" durchaus nicht vorrangig als Anweisung eines der zahlreichen Pornofilmer in den USA an seine Darsteller, sondern als Fluch, so wie im Deutschen "Scheiße" benutzt wird.

Bei der Verleihung der Golden Globe Awards im Jahr 2003 hatte Bono, der Sänger der Band U2, die einen Preis für den "besten Song in einem Film" in dem Film "Gangs of New York" gewonnen hatte, gesagt: "Das ist wirklich, wirklich verdammt [fucking] Klasse!"

Hier wurde "fucking" vorrangig als absolute Steigerung benutzt.

Der einzige Grund dafür, daß der Sender NBC, der die Preisverleihung übertragen hatte, nicht zu einer Strafe verurteilt wurde, ist der FCC zufolge, daß zuvor kein eindeutiges Verbot des Wortes ausgesprochen worden war. Allerdings wird der Sender ausdrücklich dafür kritisiert, daß nicht schon damals eine zeitverzögerte Ausstrahlung erfolgt ist, um derartige "Vorfälle" verhindern zu können.

Sollte das Wort - gleichgültig in welchem Zusammenhang - allerdings in Zukunft in der Zeit zwischen 6:00 Uhr und 22:00 Uhr ausgestrahlt werden, so droht die FCC nun Strafen "bis zum Entzug der Lizenz" an. Üblicherweise werden allerdings in derartigen Fällen Geldstrafen in Höhe von 5.000 bis 50.000 US-Dollar verhängt. Allerdings hat der US-Kongreß erst in der vergangenen Woche beschlossen, das die Höchststrafe für derartige "Vergehen" auf 500.000 US-Dollar angehoben wurde.





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