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Teile und herrsche
25.03.2004








"Teile und herrsche" - lateinisch "divide et impera" - ist ein uraltes Prinzip das auf das römische Imperium zurückgeht und das Prinzip beschreibt, unter seinen Gegnern Mißtrauen und Mißgunst zu säen, so daß diese in einzelnen, kleineren Gruppen leichter zu besiegen sind.

Ein am Mittwoch im britischen Independent erschienener Artikel des Journalisten Robert Fisk läßt den Verdacht aufkommen, daß nun er selbst, sicherlich aufgrund seiner äußerst kritischen Berichterstattung, Opfer dieser Strategie werden soll.

Fisk berichtet in dem Artikel, daß kürzlich nach Einbruch der Dunkelheit eine Gruppe amerikanischer Soldaten von der 1st Armoured Division in sein Hotel kam. Ein Offizier namens Scheetz verlangte von dem Hotelangestellten an der Rezeption Auskunft darüber, wer Zimmer Nummer 106 bewohnte - die unter anderem von Fisk genutzte Suite des Independent. Nachdem der Angestellte dem Soldaten sagte, das Gästebuch des Hotels befände sich in einem anderen Gebäude und daraufhin von dem Soldaten angefahren wurde, gab Fisk dem Soldaten seine Visitenkarte und fragte, was sie wollten.

Ein anderer Soldat sagte antwortete ihm: "Ich schätze, wir wollen nicht, daß noch mehr Hotels in die Luft fliegen." Nachdem sich herausgestellt hatte, daß das Zimmer bereits seit einem Jahr vom Independent angemietet war und sich auch drei später eingetroffene Männer in Zivilkleidung mit "Coalition Provisional Authority"-Schildern (CPA, "Übergangsverwaltung der Koalition") damit zufrieden gaben, zogen die Soldaten ab und durchsuchten Zimmer Nummer 106 im zweiten Gebäude des Hotels, ein leerstehendes Büro.

Während sich Fisk dann an der Rezeption mit einigen Hotelangestellten unterhielt kam ein Ober mit einem Tablett, auf dem eine Dose Bier stand. "Mit Grüßen von Herrn Sheetz", sagte er.

Sofort war Fisk anhand der Art, wie die Angestellten ihn nun beobachteten, klar, daß sie sich fragten, was er getan hatte, um sich dieses Geschenk zu verdienen. Folglich lehnte er das Geschenk ab.

Unter "normalen" Umständen könnte man hier sicherlich vermuten, daß Sheetz sich nur für die "Unannehmlichkeiten" entschuldigen wollte. Nach einem Jahr der Besetzung muß es aber auch bis zum letzten US-Soldaten vorgedrungen sein, daß derartige Gesten sehr leicht falsch verstanden werden können.

Hier stellt sich die Frage, ob es sich um grenzenlose Dummheit und Ignoranz gegenüber den Tatsachen im Irak gehandelt hat oder nicht vielleicht doch eher den Versuch, Fisk gegenüber den Irakern zu kompromittieren - getreu dem Motto "teile und herrsche".





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