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USA schließen irakische Zeitung
28.03.2004








Wie AP berichtete, haben die USA am Sonntag eine irakische Zeitung für 60 Tage geschlossen, weil diese angeblich durch Artikel die "Bedrohung von Koalitionsstreitkräften" vergrößert hat.

Am Morgen waren dutzende von US-Soldaten zu den Büros der Wochenzeitung Al-Hawza des shiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr gekommen und hatten die Türen mit Ketten und Schlössern versperrt.

Einige Stunden später demonstrierten über 1.000 Menschen gegen die Schließung der Zeitung und die Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Ein in arabischer Sprache verfaßter Brief, unterzeichnet vom US-Verwalter des Iraks, Paul Bremer, der Angestellten der Zeitung übergeben wurde, sagte, daß die Artikel der Zeitung "eine ernste Bedrohung von Gewalt gegen Koalitionsstreitkräfte und irakische Zivilisten, die mit den Koalitionsbehörden zusammenarbeiten, um den Irak wiederaufzubauen, darstellen."

Ein Sprecher der "Koalition" bestätigte die 60-tägige Schließung der Zeitung und wiederholte den Vorwurf, daß mehrere Artikel "dazu bestimmt waren, zu Gewalt gegen Koalitionsstreitkräfte und zu Instabilität im Irak anzustacheln."

So erschien beispielsweise am 26. Februar ein Artikel in der Zeitung, der behauptete, daß eine Explosion, die sich zwei Wochen zuvor in der Stadt Iskanderiyah ereignet hatte und bei der 53 Menschen getötet wurden, nicht wie offiziell behauptet durch eine Autobombe verursacht worden war, sondern durch eine von einem amerikanischen Apache-Kampfhubschrauber abgefeuerte Rakete.

In einem anderen Artikel der gleichen Ausgabe war ein Artikel mit dem Titel "Bremer tritt in die Fußstapfen von Saddam" erschienen, der die Arbeit der "Koalition" kritisierte.

Zumindest in dieser Ansicht fühlten sich durch die Schließung der Zeitung weitere Iraker bestätigt. So sagte Scheich Abdel Hadi Darraja, ein Repräsentant al-Sadrs: "Dies passiert, wenn ein irakischer Journalist seine Meinung äußert."

"Was jetzt passiert ist das gleiche, was in der Zeit Saddams passierte. Keine Meinungsfreiheit. Es ist wie zu der Baath-Zeit", sagte Hussam Abdel-Kadhim, ein Teilnehmer der Demonstration.





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