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Angola lehnt Gen-Mais ab
30.03.2004








Wie AP am Dienstag berichtete, hat der westafrikanische Staat Angola entschieden, den Import genveränderter Lebensmittel in das Land zu verbieten.

Das vom Ministerrat des Landes am 17. März verkündete Einfuhrverbot führt dazu, daß die Annahme einer Hilfslieferung von 19.000 Tonnen - genmanipuliertem - Mais aus den USA abgelehnt wird. Derzeit verhandelt die UN mit den Behörden des Landes über die Annahme der Lieferung.

Angola hat sich mit dieser Entscheidung zu einer Reihe weiterer afrikanischer Staaten wie beispielsweise Zambia und Zimbabwe gestellt, die schon in der Vergangenheit entsprechende Entscheidungen gefällt hatten.

Diese Ablehnungen von kostenlosen Hilfslieferungen durch afrikanische Länder, die auf diese Lieferungen angewiesen sind, um die Bevölkerung angemessen versorgen zu können, sind äußerst bemerkenswert. Innerhalb der Europäischen Union ist es nicht einmal gelungen, eine vollständige Kennzeichnungspflicht für Nahrungsmittel, die teilweise aus genveränderten Zutaten hergestellt worden sind, einzuführen, weil man offenbar - sicherlich zu Recht - befürchtete, daß dies negative Auswirkungen auf den Absatz der entsprechenden Produkte hätte. Die afrikanischen Länder andererseits sind offenbar bereit, wesentlich größere Nachteile in Kauf zu nehmen, um die Einfuhr solcher Produkte komplett zu verhindern.

Dabei dürfte es den afrikanischen Staaten vorrangig nicht um eine akute Gefährdung ihrer Bürger gehen, sondern vielmehr um langfristige Gefahren. Traditionell wird eine Teil der Lieferungen als Saatgut genutzt. Es kann als sicher bezeichnet werden, daß dies auch beispielsweise mit dem genveränderten Mais passieren würde.

Da ein Großteil der genveränderten Pflanzen bereits eine Art "Kopierschutz" enthält - die Samen von derartigen Pflanzen sind unfruchtbar - würde dies zu weiteren Ernteausfällen und damit zu einer noch größeren Abhängigkeit von Hilfslieferungen führen. Außerdem ist nicht auszuschließen, daß die Gene solcher Pflanzen auf andere, nicht veränderte Arten übergehen und so auch deren Erträge unfruchtbar machen. Dies könnte dazu führen, daß die Bauern zukünftig darauf angewiesen wären, ihr Saatgut bei Unternehmen wie Monsanto zu kaufen.

Angesichts dieses Szenarios ist es wenig verwunderlich, daß sich nun auch Angola entschieden hat, die Einfuhr solcher "Hilfslieferungen" zu verbieten.





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