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Die Luft wird dünner
01.03.2004









Berichten vom Montag zufolge nimmt der wirtschaftliche Druck auf die ohnehin schon durch ein immenses Defizit belasteten USA weiterhin zu.

So berichtete AP am Montag, daß die Europäische Union Sanktionen gegen US-Exporte verhängt hat, um die Vereinigten Staaten dazu zu bewegen, ihre Exportsubventionen für Unternehmen wie Boeing und Microsoft einzustellen.

Während von der Welthandelsorganisation (WTO) in dieser Angelegenheit allerdings Sanktionen im Gesamtumfang von 4 Milliarden US-Dollar genehmigt worden sind, sollen die tatsächlichen Sanktionen im März 16 Millionen US-Dollar betragen. Dieser Betrag soll stetig ansteigen und wird bereits Ende des Jahres 315 Millionen US-Dollar betragen, wenn die USA nicht einlenken. Vorrangig sind von den Sanktionen die Branchen Schmuck, Bekleidung und Spielzeug betroffen.

Die ist seit Gründung der WTO im Jahr 1995 das erste Mal, daß die EU derartige Gegenmaßnahmen gegen die USA ergreift.

Die Regierung von US-Präsident George W. Bush hat bereits begonnen, Druck auf den US-Kongreß auszuüben, um die entsprechenden Gesetze zu ändern. Der US-Senat wird voraussichtlich in der nächsten Woche beginnen, über ein Gesetz zu sprechen, daß die Steuern für entsprechende Unternehmen unter Zuhilfenahme von 50 Milliarden US-Dollar an senken soll um so die Wirkung der Sanktionen für die Unternehmen aufzuheben.

Sollten sich die USA nicht kurzfristig dem europäischen Druck beugen, so würden die Sanktionen amerikanische Exporte in den entsprechenden Branchen zumindest mittelfristig stark erschweren und so den Vorteil des gefallenen Dollar-Kurses zunichte machen.

Wie das Russia Journal am Montag unter Berufung auf die russische Zeitung Iswestija berichtete, wird die russische Regierung unter Präsident Vladimir Putin nach den Präsidentschaftswahlen am 14. März vermutlich die Bindung der russischen Währung an den US-Dollar gegen eine Bindung an den US-Dollar und den Euro verändern.

"Wir müssen das System der Bildung der Wechselkurse des Rubels verändern", sagte Oleg Vyugin, stellvertretender Vorsitzender der Zentralbank bei einer Pressekonferenz unter dem Titel "Unternehmensethik und Firmenführung in Rußland" in London, wo er eine zukünftige Bindung des Rubels sowohl an den US-Dollar als auch den Euro vorschlug.

Da zwar der Großteil der russischen Exporte in US-Dollar abgerechnet wird, viele Importe allerdings in Euro bezahlt werden müssen, wäre dieser Schritt aus russischer Sicht sicherlich sinnvoll.

Andererseits würde ein solcher Schritt allerdings den Dollarkurs weiter unter Druck setzen. Dies erleichtert zwar einerseits amerikanische Exporte, andererseits verteuert es aber auch Importe. Da die US-Außenhandelsbilanz derzeit sehr negativ ausfällt erhöht dies den Druck. Außerdem dürfte der Wille um Wechsel der Leitwährung beziehungsweise Handelswährung beispielsweise bei den erdölexportierenden Ländern mit jedem Prozentpunkt, den der US-Dollar fällt, zunehmen.

Ebenso nimmt das Vertrauen ausländischer Investoren - ganz abgesehen von politischen Betrachtungen - mit zunehmendem Verfall des Dollarkurses ab.

Diese einzelnen Bestandteile verstärken sich mit der Zeit gegenseitig, so daß es immer schwerer wird, ihnen entgegenzuwirken. Mag ein schwacher Dollarkurs anfangs für die US-Regierung durchaus wünschenswert erschienen sein, so stellt sich doch die Frage, wie tief der Kurs fallen kann, bevor er das Land - und als Folge beim derzeitigen Stand der Dinge die komplette Weltwirtschaft - in eine wirtschaftliche Katastrophe reißt.





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