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Schuldig wegen Paintball
04.03.2004









Wie AP am Donnerstag berichtete, sind drei moslemische US-Bürger in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia des Terrorismus schuldig gesprochen worden, weil sie an Paintball-"Spielen" teilgenommen haben.

Den Männern wurde vorgeworfen, im Rahmen von Paintball-"Spielen" - hierbei werden Kampfhandlungen mit Waffen, die Farbprojektile verschießen, simuliert - für einen "Terrorkrieg gegen die USA" trainiert und die afghanischen Taliban unterstützt zu haben.

Die Anklage war außerdem der Ansicht, daß der 34-jährige Massoud Khan, einer der Angeklagten, nur wenige Tage nach den Anschlägen des 11. September 2001 nach Pakistan gereist war, um dort gemeinsam mit der Terrororganisation Lashkar-e-Taiba zu üben und daß er plante, später in Afghanistan an der Seite der Taliban zu kämpfen.

Nach Aussage seiner Anwälte hat der aus Pakistan stammende Khan zu keinem Zeitpunkt geplant, an der Seite der Taliban zu kämpfen. Seine Reise nach Pakistan begründeten sie damit, daß er Rechtsangelegenheiten im Zusammenhang mit dem Tod seines Vaters klären mußte.

Seifullah Chapman, ein weiterer Angeklagter, begründete die Tatsache, daß er ebenfalls nach Pakistan gereist war, damit, daß er die körperliche Herausforderung der unwegsamen pakistanischen Berge gesucht hatte.

Hammad Abdur-Raheem ist niemals nach Pakistan gereist. Ihm wurde vorgeworfen, daß er seine militärische Ausbildung - er war früher Mitglied der US-Army - dazu genutzt hat, andere im Rahmen der Paintball-"Spiele" für den "heiligen Krieg" ausgebildet zu haben.

Abdur-Raheem sagte hingegen, daß er nur "zum Spaß" an den "Spielen" teilgenommen hatte.

Sechs Personen, denen ebenfalls eine Beteiligung an der "Verschwörung" vorgeworfen wurde, haben sich zwar bereits schuldig bekannt, da es bei amerikanischen Gerichtsverfahren aber üblich ist, daß sich ein Angeklagter im Rahmen eines "Geschäfts" mit der Anklage schuldig bekennt und als Gegenleistung eine geringere Strafe als andernfalls zu erwarten erhält, sagt dies wenig über die tatsächliche Schuld aus.

Zwar ist es durchaus vorstellbar, daß Paintball als Übungsgrundlage für eine grundlegende militärische Ausbildung eingesetzt wird, andererseits kann aber die Tatsache allein, daß die Angeklagten an solchen "Spielen" teilgenommen haben, kaum als ausreichend für eine Verurteilung bezeichnet werden.

Die vorsitzende Richterin des Verfahrens, Leonie Brinkema, führt auch den Vorsitz in dem Verfahren gegen Zacarias Moussaoui, dem von den US-Behörden eine Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 vorgeworfen wird.





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