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Zimbabwe, Söldner und die CIA
11.03.2004









Einer AFP-Meldung vom Donnerstag zufolge handelt es sich bei den in einem Flugzeug in Zimbabwe gefundenen Söldnern um von den USA, Großbritannien und Spanien unterstützte Putschisten, die bei einem Regierungsumsturz in Äquatorial-Guinea helfen oder diesen sogar leiten sollten.

Zusätzlich zu den 64 an Bord befindlichen Söldnern, die nach Aussage des Außenministers von Zimbabwe, Stan Mudenge, gegenüber Diplomaten größtenteils aus Südafrika, Namibia und Angola stammten, wurden 3 weitere Männer verhaftet, die sich mit den Söldnern auf dem Flughafen von Harare treffen wollten. Alle "werden sich der schwersten Bestrafung, die unsere Gesetze bietet, einschließlich der Todesstrafe gegenüber sehen", so Mudenge.

Der Innenminister Kembo Mohadi sagte bei einer Pressekonferenz, daß Simon Mann, einer der drei Männer, die Länder, die hinter der Aktion standen, genannt hat. Nach Aussage der Regierung Zimbabwes ist Mann ein früheres Mitglied der britischen Eliteeinheit Special Air Services (SAS).

Er "hat kooperiert und hat enthüllt, daß sie vom britischen Secret Service (MI6), der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) und dem spanischen Geheimdienst unterstützt worden sind", sagte Mohadi.

"Die westlichen Geheimdienste überzeugten die Oberbefehlshaber Äquatorial-Guineas, das heißt den Leiter der Polizei und den Oberkommandierenden der Armee, keinen Widerstand zu leisten, sondern mit den Putschisten zusammenzuarbeiten", sagte er.

Mohadi zufolge wurden dem Polizeichef und dem Oberkommandierenden der Armee als Belohnung hierfür Kabinettsposten in der zukünftigen Regierung, die von dem im spanischen Exil lebenden Oppositionellen Severo Moto Nsa versprochen. Moto Nsa hatte bereits im Jahr 1997 einen Putschversuch von Angola aus gegen den Präsidenten Äquatorial-Guineas, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, unternommen.

"Die Gruppe landete in Harare, weil sie erwartete, dort Waffen und Munition der Zimbabwe Defence Industries [ein staatlicher Waffenhersteller] an Bord zu nehmen", so Mohadi. Sonntagnacht hätte das Flugzeug wieder starten sollen und am Montagmorgen in Malabo, der auf einer Insel gelegenen Hauptstadt Äquatorial-Guineas, landen sollen, sagte er.

"Bei der Landung hätte sich die Gruppe mit weiteren Verschwörern, die bereits in Malabo waren, treffen sollen, um einen Staatsstreich durchzuführen, der Präsident Obiang stürzen sollte. Für den Fall einer erfolgreichen Durchführung des Staatsstreichs war es geplant, daß das Flugzeug in die Demokratische Republik Kongo geflogen wäre, wo die Waffen und die Munition aus Zimbabwe den Katangese-Rebellen übergeben worden wären", sagte Mohadi.

Für den Fall eines Scheiterns des Plans war eine Flucht nach Sao Tome geplant, von wo aus das Flugzeug am 7. März aus nach Südafrika gestartet war.

Den Angaben des Ministers zufolge waren Simon Mann im November für seine "Mitarbeit" von Moto Nsa 1,5 Millionen Euro und Ölförderrechte in dem Land versprochen worden.

Die bisher gefundenen Ölvorkommen des Landes nehmen sich mit 563 Millionen Barrel gegenüber beispielsweise dem Irak mit 113 Milliarden Barrel eher gering aus, ein Vergleich mit Deutschland, wo die Vorkommen auf 327 Millionen Barrel geschätzt werden, zeigt aber, daß das Land tatsächlich relativ große Vorkommen - insbesondere im Verhältnis zur niedrigen Bevölkerung von nur rund 500.000 Menschen - besitzt.

In Malabo wurden weitere 15 Personen, von denen angenommen wird, daß es sich um Söldner handelt, festgenommen. Präsident Obiang brachte diese in Verbindung mit den in Harare Festgenommenen, ebenso wie Moto Nsa.

Die Putschisten "wurden von feindlichen Mächten, von internationalen Unternehmen und auch von Ländern die uns nicht mögen finanziert", so Obiang.

Im Fernsehen des Landes wurde ein als der Südafrikaner Nick du Toit identifizierter Mann gezeigt, der der Anführer der festgenommenen Söldner war. Seiner Aussage nach bestand ihr Auftrag darin, Obiang gefangenzunehmen und ihn dazu zu zwingen, ins Exil zu gehen.

"Es ging nicht darum, das Leben des Staatschefs zu nehmen, sondern ihn verschwinden zu lassen, ihn nach Spanien zu bringen und ihn ins Exil zu zwingen und dann die Regierung des im Exil lebenden Severo Moto Nsa einzusetzen", sagte du Toit.

Ähnlichkeiten mit dem Fall des haitianischen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide, der ebenfalls das Land verlassen hat, sich jetzt im Exil befindet und seiner Aussage nach mit Waffengewalt hierzu gezwungen wurde, sind hierbei sicherlich rein zufällig.





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