www.Freace.de


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Abschied von der französischen Verfassung
03.03.2004









Wie AP am Mittwoch berichtete, hat der französische Senat das Gesetz, das vorrangig das Tragen von "islamischen" Kopftüchern an französischen Schulen verbieten soll, mit einer überwältigenden Mehrheit von 276 zu 20 Stimmen verabschiedet.

Das Gesetz, das nun nur noch vom französischen Präsidenten Jacques Chirac unterzeichnet werden muß, um in Kraft zu treten, richtet sich dem Wortlaut nach zwar gegen alle Religionen gleichermaßen, selbst nach Aussage von offiziellen französichen Stellen geht es aber vorrangig darum, den islamischen Hijab aus den Schulen zu verbannen.

Selbst die großangelegten Proteste französischer Moslems konnten offenbar nicht die Verabschiedung des Gesetzes verhindern.

Das Gesetz widerspricht dem französischen Verfassungsgrundsatz "Liberté, Égalité, Fraternité" (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) grundlegend. Nicht nur, daß die persönliche Freiheit der Betroffenen eingeschränkt wird, da sie nicht in der Lage sein werden, ihre Religion - oder, wie dies häufig dargestellt wird, ihre politischen Ansichten - frei auszuüben, noch schwerwiegender ist die Tatsache, daß die zu einer Ungleichbehandlung führt. Da sich das Gesetz nur gegen "religiöse Symbole" wendet, spricht nichts dagegen, ein Kopftuch aus politischen oder modischen Gründen zu tragen.

In einer derartigen Ungleichbehandlung kann kaum ein Unterschied beispielsweise zu der Rassentrennung in den USA oder in Südafrika gesehen werden. Da dies über die rein religiösen Folgen hinaus sicherlich auch Auswirkungen auf Bildung und soziale Kontakte haben wird, ganz abgesehen von der damit einhergehenden Stigmatisierung, ist dieser Vergleich sicherlich angebracht.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail