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4 tote Zivilisten in Kirkuk
06.03.2004









Wie der arabische Sender Aljazeera am Samstag berichtete, hat das US-Militär zugegeben, daß US-Soldaten am Mittwoch in der nordirakischen Stadt Kirkuk 4 Zivilisten getötet haben.

Major Josslyn Aberle, die Sprecherin der 4th Infantry Division sagte am Freitag, daß es sich bei den Getöteten - ein Mann, seine Frau, einer ihrer Söhne und ein Cousin - um Angehörige von Widerstandskämpfern gehandelt habe, die von den Soldaten gesucht wurden, weil sie einen US-Posten angegriffen hatten. Die genauen Umstände ihres Todes würden noch untersucht, so Aberle weiter.

Nach Aussage des irakischen Polizisten Khalil Mahmud hatten die Soldaten auf ein Beduinenzelt gefeuert, von dem sie glaubten, daß sich einer der Gesuchten darin aufhielt. Tatsächlich trafen sie aber die Familie. Ein weiterer Sohn im Alter von 11 Jahren wurde dabei ebenfalls verwundet.

Ebenfalls am Samstag meldete AP, daß das US-Militär eine weitere Untersuchung zum Tod von Zivilisten im Irak eingestellt hat.

Am 3. Januar war in Tikrit ein Taxi nach Aussage des Fahrers, des einzigen Überlebenden, von einem US-Konvoi beschossen worden, nachdem er an diesem vorbeigefahren war. Die 4 Passagiere, darunter eine Frau und ein 7 Jahre alter Junge, wurden getötet.

Aberle sagte gegenüber AP: "Die Untersuchung konnte nicht klären, ob es Militär oder ein privates Sicherheitsunternehmen war, die die Menschen in dem Auto getötet haben."

Nach Aussage des Taxifahrers Ibrahim Allawi handelte es sich um einen Konvoi von vier Humvees. Seiner Aussage nach wurde sein Taxi von dem vorausfahrenden Fahrzeug beschossen, wobei er verletzt wurde.

Aberle sagte, das hohe Verkehrsaufkommen in Tikrit mache es "fast unmöglich" herauszufinden, wer die Menschen getötet habe, kein Angehöriger ihrer Division sei allerdings dafür verantwortlich.

Bemerkenswert ist, daß sie offen zugibt, daß die vier Menschen nicht von Irakern getötet worden sind - was nach Aussage von Oberstleutnant Steve Russell angesichts des eingesetzten Kalibers der Waffen kaum glaubhaft wäre.

Daß sie andererseits aber die Ansicht vertritt, daß die Schuldigen aufgrund des "hohen Verkehrsaufkommens" zu ermitteln seien, kann nur zynisch genannt werden und zeigt, wie wenig Wert das US-Militär tatsächlich darauf legt, die Schuldigen am Tod irakischer Zivilisten zu ausfindig zu machen.





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