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Zerfällt die "Koalition"?
15.03.2004









Der am Sonntag gewählte spanische Premierminister José Luis Rodriguez Zapatero hat angekündigt, sein bereits vor den Wahlen gemachtes Versprechen, die spanischen Soldaten aus dem Irak abzuziehen, wahrzumachen.

Diese Erklärung dürfte nicht nur in Washington, sondern gerade auch in Warschau für Nervosität sorgen. Da die im Irak stationierten Soldaten nach dem geplanten Abzug der Spanier am 30. Juni auch deren Gebiet übernehmen sollen, dürften sie spätestens dann mit ihrer Aufgabe überfordert sein.

Als Folge würden sie ein leichteres Ziel für den irakischen Widerstand abgeben. Schon jetzt werden sie bei ihren Aufgaben von der US-Armee unterstützt. Dies würde sicherlich bedeuten, daß auch US-Soldaten wieder verstärkt in der Gegend um das bisherige spanische Hauptquartier in Najaf eingesetzt würden. Schon die spanischen Soldaten sind im Irak offenbar nicht willkommen gewesen - von 1.300 entsandten Soldaten sind bisher 11 getötet worden - der Haß gegenüber den Amerikanern dürfte aber noch wesentlich größer sein.

Sollte die neue Situation tatsächlich zu einer steigenden Zahl von Angriffen auf polnische Soldaten führen, so scheint es relativ wahrscheinlich, daß sich die polnische Regierung gezwungen sehen würde, sich diesem zu beugen, auch wenn sie bisher sagt, daß ein Abzug den "Terroristen recht geben würde".

Spätestens dies dürfte den Startschuß für entsprechende Diskussionen in weiteren Ländern, die Soldaten zur Unterstützung der US-Invasion und Besatzung entsandt haben, bedeuten.

Die derzeit häufiger geäußerte Befürchtung, daß sich Terroristen durch einen Abzug bestärkt fühlen würden, scheint allerdings zweifelhaft. Nicht nur, daß Zapatero schon vor den Anschlägen angekündigt hatte, die Soldaten abziehen zu wollen, bisher kann es auch nicht als gesicherte Erkenntnis angesehen werden, daß es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Irakkrieg und den Anschlägen von Madrid gibt.

Als Folge eines Abzugs mehrerer Mitglieder der "Koalition" aus dem Irak wir d in den Medien häufig vermutet, daß der Irak "im Chaos versinken würde". Dies ist zwar sicherlich eine mögliche Entwicklung, andererseits scheint es aber mindestens ebenso wahrscheinlich, daß sich im Irak, würde man ihn sich selbst überlassen, eine Theokratie ähnlich des Irans bilden würde.

Da eine derartige Entwicklung von den USA auf schärfste gefürchtet wird und außerdem ein Abzug aufgrund der strategischen Lage und des Werts der Ölquellen kaum in Betracht kommen dürfte, wird es hierzu aber kaum kommen.





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