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Für das große Ziel
16.03.2004









Ein bereits am 2. März erschienener Bericht des Senders NBC zeigt, daß die USA in ihrem "Krieg gegen den Terror" durchaus bereit sind, beide Augen zuzudrücken, wenn dies einem "großen Ziel" dienen könnte.

So wurden offenbar getreu dem Motto "ein toter Terrorist ist ein nutzloser Terrorist" mehrfach Angriffspläne des Pentagons auf ein Abu Musab al-Zarqawi unterstehende "Ausbildungslager" und Labor, in dem Massenvernichtungswaffen erforscht und hergestellt worden sein sollen, vom Weißen Haus abgelehnt.

Nach Aussage von US-Beamten gab es bereits im Juni 2002 Geheimdienstinformationen, denen zufolge al-Zarqawi in der nordirakischen Stadt Kirma ein Waffenlabor aufgebaut hatte und dort Rizin und Zyanid herstellte.

Daraufhin entwickelte Planungen des Pentagons, das Lager mit Cruise Missiles anzugreifen und zu bombardieren, wurden Quellen innerhalb der US-Regierung zufolge im Nationalen Sicherheitsrat endlos diskutiert.

"Hier hatten wir Ziele, wir hatten Gelegenheiten, wir hatten ein Land, das bereit war, Opfer zu unterstützen oder Opfer nach dem 11.9. zu riskieren und trotzdem haben wir es nicht getan", so Michael O'Hanlon, Militär-Analyst der Brookings Institution.

Vier Monate später plante al-Zarqawi den Geheimdienstinformationen nach Anschläge mit Rizin in Europa. Als Folge entwickelte das Pentagon wiederum Angriffspläne, die erneut von der US-Regierung abgelehnt wurden.

"Die Leute waren mehr davon besessen, eine Koalition zum Sturz Saddams zu entwickeln, als die Politik des Präsidenten von Prävention gegen Terroristen auszuführen", sagte Roger Cressey, der bis zum November 2001 "Direktor für transnationale Bedrohungen" innerhalb des Nationalen Sicherheitsrats war.

Die Gruppe, die im Januar vergangenen Jahres in London verhaftet worden ist und dort Rizin hergestellt hatte, wurde bereits damals mit dem Lager im Irak in Verbindung gebracht. Dies wurde vom Vorsitzenden der Stabschefs des US-Militärs, General Richard Meyers, nach dem Angriff der USA auf das Lager Ende März 2003 bestätigt. "Wir glauben, daß hier vermutlich das in London gefundene Rizin herkam", so Meyers.

Im Januar 2003 war daraufhin ein weiterer Angriffsplan entworfen worden, der vom Nationalen Sicherheitsrat wiederum abgelehnt wurde.

Dem Bericht zufolge wurde das Lager nur aus dem Grund nicht angegriffen, weil die Regierung fürchtete, daß dies die Begründung des Krieges gegen den Irak schwächen würde.

Tatsächlich hatte sich auch Colin Powell in seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat am 5. Februar 2003 sicher gezeigt, daß unter der Leitung al-Zarqawis in dem Lager Rizin hergestellt wurde.

Bemerkenswert ist dabei, daß das Kirma (auch "Khurmal" genannt) wie schon gesagt "im Nordirak" liegt, genauer gesagt nahe der Grenze zum Iran, zwar außerhalb der durch die "Flugverbotszone" "geschützten" Gebiets, aber tief im Innern der von den USA geschützten "autonomen Region Kurdistan". Während hier US-Jets ständig patroullierten und von dort aus häufig irakische Ziele angriffen, sah die US-Regierung offensichtlich keinen Grund, gegen ein bekanntes Terroristenlager vorzugehen, in dem Giftstoffe hergestellt wurden, die für Anschläge in Europa verwendet werden sollten.

Sicher, vieles hiervon basiert auf Aussagen von US-Stellen, die sich in der Vergangenheit kaum durch einen ausgeprägten Hang zur Wahrheit ausgezeichnet haben. In jedem Fall handelt es sich hier aber um einen schwerwiegenden Widerspruch zwischen den Worten und den Taten der USA. Entweder handelte es sich um ein Terroristenlager und dieses wurde nicht angegriffen, obwohl es den USA bekannt war, oder es war in Wahrheit kein Terroristenlager, wurde aber als Kriegsgrund genannt und während des Krieges auch zerstört - in dem Fall würde es sich um ein Kriegsverbrechen handeln.





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