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Lügen für die Freundschaft?
05.03.2004









Nigeria pflegt eine gute Beziehung zu den USA, trotz massiver Menschenrechtsverstöße, die von den USA aber stillschweigend hingenommen werden. Dies sicherlich nicht zuletzt aufgrund der großen Erdölvorkommen in dem Land und der Tatsache, daß auch der frühere Arbeitgeber des derzeitigen US-Vizepräsidenten Richard "Dick" Cheney, Halliburton, einträgliche - wenn auch anscheinend nicht immer legale - Geschäfte mit dem Land macht.

Am Donnerstag nun meldete AP unter Berufung auf eine Erklärung des nigerianischen Verteidigungsministeriums, daß Pakistan dem Land militärische Unterstützung gewähren will. In der ursprünglichen Erklärung wurde dabei auch von Atomwaffen gesprochen, dies wurde später aber wieder dementiert.

In der Erklärung hieß es, daß der pakistanische Vorsitzende der Stabschefs, General Muhammad Aziz Khan, bei einem Besuch in Nigeria gesagt habe, daß Pakistan "herausarbeitet, wie sie Nigerias Streitkräften helfen können, ihre militärischen Fähigkeiten zu stärken und an Atomkraft zu gelangen."

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums Nwachukwu Bellu, der auch die Erklärung unterzeichnet hatte, sagte, es sei "ein Fehler gewesen", daß die Erklärung auch von Atomwaffen gesprochen hat. Diese Aussage ließ noch die Möglichkeit offen, daß die Erklärung durchaus der Wahrheit entsprach und es nur ein Fehler war, dies zuzugeben.

Auf die Frage, ob offizielle Stellen beider Länder überhaupt über eine Zusammenarbeit hinsichtlich Atomwaffen gesprochen haben, sagte er dann: "Nichts dergleichen ist passiert." Danach wollte er keine weiteren Kommentare abgeben.

Von pakistanischer Seite wurde die Erklärung bestritten und als eine "gegenstandslose Geschichte und eine Verschwörung, um unser Image zu schädigen" bezeichnet.

Das pakistanische Militär sagte, daß Khan "Nigeria keine Unterstützung bei der Erlangung von Atomkraft angeboten hat." Außerdem sei Pakistan eine verantwortungsbewußte Atommacht.

Erst vor zwei Monaten hatte Nigeria von Nordkorea behauptet, das Land würde seine Raketentechnologie mit Nigeria teilen, was von Nordkorea nachhaltig bestritten wurde.

Tatsächlich scheint es wenig wahrscheinlich, daß Pakistan, insbesondere zum derzeitigen Zeitpunkt, nur kurze Zeit, nachdem bekannt geworden ist, daß pakistanische Atomforschungserkenntnisse anderen Ländern zur Verfügung gestellt worden sind, einem weiteren Land derartig behilflich sein würde.

Zwar zählt Pakistan eigentlich eher zu den Freunden der USA, andererseits hat das Land erst kürzlich den von den USA geplanten großangelegten Einsatz von US-Soldaten auf seinem Gebiet abgelehnt, der gegen die Taliban, die sich angeblich auf pakistanischem Gebiet aufhalten, geführt werden soll.

Es ist also durchaus denkbar, daß Pakistan auf diesem Weg verdeutlicht werden soll, daß eine Weigerung unangenehme Folgen haben könnte.





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