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24 tote Terroristen - wirklich?
16.03.2004









Die Medien berichteten am Dienstag, daß bei einer "pakistanischen Großoffensive gegen Al-Qaida und Taliban-Kämpfer mindestens 32 Menschen getötet" (Spiegel) worden sind.

Betrachtet man allerdings eine entsprechende AP-Meldung genauer, so stellt sich die Angelegenheit doch recht anders dar.

So sind von den 32 getöteten Menschen offiziellen Angaben zufolge 8 pakistanische Paramilitärs gewesen und 15 weitere wurden verletzt. Insgesamt sollen 700 Paramilitärs von der pakistanischen Regierung am frühen Dienstagmorgen in Kaloosha, unweit der Grenze zu Afghanistan, eingesetzt worden sein. Von dort aus kamen sie dann in die 10 Kilometer entfernte Stadt Wana, wo es zu den Kämpfen kam.

Der Sprecher der pakistanischen Armee General Shaukat Sultan ging auch näher auf die Getöteten ein. Seinen Angaben zufolge handelte es sich bei der Mehrzahl der Opfer um Stammesangehörige, die "verdächtigt" wurden, Terroristen Unterschlupf zu bieten. Bei mehreren der Toten handelte es sich allerdings seiner Aussage nach um "Ausländer", die "vermutlich" Mitglieder von Al-Qaida waren.

Außerdem ist es den Soldaten Sultan zufolge nur gelungen, eine "kleine Zahl" der getöteten Gegner zu bergen.

Wie ein Anwohner Kalooshas, Qasim Khan, telephonisch berichtete, ereigneten sich die Kämpfe zwischen den Paramilitärs und Personen innerhalb eines befestigten Geländes, das "vermutlich" einem Mitglied des "Yargul Khel"-Clans gehörte, dem vorgeworfen wird, Al-Qaida- und Taliban-Verdächtige zu beherbergen. Die sieben Mitglieder des Clans haben sich bisher geweigert, sich den Behörden zu beugen.

Da insgesamt nur "wenige" der Getöteten überhaupt von der pakistanischen Armee gefunden worden sind und nur "einige" der Getöteten "Ausländer" sind, ist anzunehmen, daß die pakistanischen Soldaten bestenfalls einen getöteten "Ausländer" gefunden haben. Inwieweit es sich hierbei um ein Mitglied der Al-Qaida oder der Taliban handelt ist dabei noch völlig unklar, da aber kaum anzunehmen ist, daß sie echte Papiere bei sich getragen haben und aufgrund der direkt aneinandergrenzenden Staaten kaum von äußerlichen Unterschieden auszugehen sein dürfte, stellt sich hier die Frage, ob diese Aussage überhaupt ernst zu nehmen ist.

Die Tatsache, daß nur "wenige" Leichen der Getöteten geborgen werden konnten wird damit begründet, daß die Lage in der Region immer noch angespannt sei. Auch dies ist kaum glaubwürdig, zieht man in Betracht, daß es sich um einen Kampf um ein befestigtes Grundstück handelte. Sollte es den Soldaten nicht möglich sein, dieses Grundstück zu betreten, so würde dies bedeuten, daß es nach wie vor verteidigt wird. Andernfalls würde das Unvermögen, dort Leichen zu finden, bedeuten, daß sie höchstwahrscheinlich nicht existierten.

Nun mag es durchaus sein, daß Angehörigen der Taliban oder Al-Qaidas von Personen in der Region "Unterschlupf gewährt" wird. Dies wäre allerdings einerseits angesichts der Skepsis, die der Regierung Pakistans in der Region entgegengebracht wird und andererseits auf Grundlage der vom Koran gebotenen Gastfreundschaft wenig verwunderlich und nicht zwingend gleichbedeutend mit der Unterstützung von "Terroristen".

Möglicherweise diente der Angriff - interessant ist hier sicherlich auch die Tatsache, daß nicht die reguläre pakistanische Armee eingesetzt wurde - eher dazu, der Region klarzumachen, daß auch sie immer noch der Gewalt der Hauptstadt Islamabad untersteht und gleichzeitig den "amerikanischen Verbündeten" zu zeigen, wie "entschieden man gegen die Terroristen vorgeht".





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