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Der Fehler Irans
01.04.2004








Die Frage, ob der Iran tatsächlich versucht oder versucht hat, in den Besitz von Atombomben zu gelangen, ist kaum wirklich zu klären. Während der Iran dies ununterbrochen leugnet, wird es ihm ebenso ununterbrochen - vorrangig von den USA - vorgeworfen.

Angesichts des angeblichen Besitzes von Massenvernichtungswaffen des Iraks sind diese Beschuldigungen allerdings in keiner Weise glaubwürdiger als die iranischen Unschuldsbeteuerungen, daß es sich ausschließlich um Projekte zur Energiegewinnung handelte.

Was hier allerdings auffällt, ist die Tatsache, wie stark hier offenbar mit zweierlei Maß gemessen wird.

So berichtete AP am Donnerstag, daß aufgrund der "fortgesetzten Vertuschung" des Irans nun europäische Staaten mehr und mehr geneigt seien, sich der US-amerikanischen Haltung anzuschließen.

Unabhängig von der Frage, warum es dem Iran im Gegensatz zu außenpolitisch aggressiven Ländern wie den USA nicht gestattet sein sollte, Atomwaffen zu besitzen - der üblichen Darstellung zufolge haben gerade diese in der Zeit des "Kalten Kriegs" einen Ausbruch offener Kampfhandlungen verhindert - zeigt sich hier, daß der Iran anscheinend bereit ist, den Fehler des Iraks unter Saddam Hussein zu wiederholen.

Dem Irak war durch internationalen Druck unter Federführung der USA eine drastische Abrüstungspolitik vorgeschrieben worden, die das Land - zusammen mit den jahrelangen Sanktionen - zu einer militärisch "leichten Beute" werden ließ.

Bemerkenswert ist hier die Ungleichbehandlung des Irans im Vergleich mit Nordkorea. Während dem Iran nur anhand von Indizien vorgeworfen wird, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, hat Nordkorea selbst öffentlich erklärt, die Entwicklung und Herstellung erfolgreich abgeschlossen zu haben und nun im Besitz von Atomwaffen zu sein.

Während das "Problem Nordkorea" bisher ausschließlich durch Verhandlungen gelöst werden sollte, ist der Ton der USA gegenüber dem Iran in den vergangenen Monaten so scharf geworden, daß sich zeitweise die Frage aufdrängte, ob in absehbarer Zeit mit einem Angriff zu rechnen sei.

Hier zeigt sich, daß ein Land, von dem die USA zumindest vermuten, daß es Atomwaffen besitzt, wesentlich weniger offen bedroht wird, als ein Land, daß bisher höchstens auf dem Weg dorthin ist, obwohl Nordkorea meist als gefährlicher dargestellt wird.

Die hieraus zu ziehende Lehre für alle Länder, die - berechtigt oder nicht - glauben, möglicherweise in Zukunft zum Ziel amerikanischer Aggression werden zu können, ist eindeutig, so schnell wie möglich selbst in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen.

Inwiefern diese Strategie der Verbesserung der weltweiten Sicherheit dienen soll erschließt sich vermutlich nur den verantwortlichen amerikanischen Strategen.





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