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Irak gerät außer Kontrolle
04.04.2004








Die Ereignisse der letzten Tage zeigen deutlich, daß sich der Irak immer weiter auf einen Zustand zubewegt, der für die Besatzer vollständig unkontrollierbar ist.

So wurden am Sonntag in der Stadt Najaf bei Kämpfen zwischen einer spanischen Garnison und Irakern mindestens 20 Iraker, 4 aus El Salvador stammende Soldaten und 2 irakische Soldaten getötet sowie 130 Iraker, 9 salvadorianische Soldaten und eine unbekannte Zahl weiterer Soldaten verletzt.

Berichte zum Beginn der Kämpfe sind dabei widersprüchlich. Mindestens 5.000 Iraker waren zu der spanischen Garnison gekommen, um die Freilassung des verhafteten Mustafa al-Yaqoubi, eines hochrangigen Mitarbeiters des shiitischen geistlichen Muqtada al-Sadr, zu fordern. Die spanische Armee behauptet dagegen, keine Informationen über eine Verhaftung al-Yaqoubis zu besitzen. Das US-Hauptquartier in Baghdad bestätigte allerdings die Verhaftung al-Yaqoubis.

Üblicherweise sprechen die Berichte unter Berufung auf spanische Stellen davon, daß einige der Demonstranten gegen Mittag begannen, auf die Garnison zu feuern. Ein Bericht eines AFP-Reporters als auch Augenzeugenberichte besagen allerdings, daß die spanischen Soldaten und irakische Polizisten als erste aus mehreren Richtungen auf die Menschen schossen, nachdem die Demonstranten mit Steinen geworfen und versucht hatten, auf das Gelände der Garnison zu gelangen.

Demnach begannen die bewaffneten Milizen der al-Mahdi-Armee al-Sadrs, die die Demonstranten begleiteten, daraufhin das Feuer zu erwidern.

Später kam es auch bei einer Demonstration von Anhängern al-Sadrs in Baghdad zu Schüssen, es ist aber derzeit nicht bekannt, ob es auch hier Opfer gegeben hat und wer die Schüsse abgefeuert hat. Hier wurde ebenfalls gegen die Verhaftung al-Yaqoubis, aber auch gegen die Schließung der Zeitung al-Sadrs, der Al-Hawza, durch das US-Militär protestiert.

Im Baghdader Stadtteil Sadr City marschierten am Sonntag 5.000 Mitglieder der al-Mahdi-Armee durch die Straßen, sicherlich als deutliches Zeichen der Macht.

Am Samstag sind in Baghdad bei Demonstrationen mindestens zwei Iraker von US-Panzern getötet worden, als sie von ihnen überrollt wurden, nachdem sie sich ihnen in den Weg geworfen hatten, berichtete AFP am Sonntag.

In der Stadt Samarra, nördlich Baghdads, sind am Sonntag 3 Mitglieder der irakischen Armee durch eine Explosion getötet worden als ihr Kontrollpunkt mit einer Bombe angegriffen wurde. Bei einer weiteren Bombenexplosion in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind einer AP-Meldung zufolge 3 Zivilisten getötet und 2 weitere verletzt worden. Ob es sich hier tatsächlich um Zivilisten oder ein weiteres Mal um ausländische Söldner, die bis auf wenige Ausnahmen in Meldungen als "Zivilisten" bezeichnet werden, handelte ist nicht bekannt.

Ebenfalls am Sonntag wurde die Ölpipeline, die die südirakische Stadt Basra mit der am Persischen Golf gelegenen Stadt Faw verbindet, von Widerstandskämpfern unterbrochen und geriet in Brand.

Nach Angaben des US-Militärs sind zwei US-Marines bei Angriffen am Samstag und Sonntag "westlich Baghdads" in der Provinz Anbar getötet worden.

Diese ungenaue Angabe dürfte eine erste Folge der vom US-Militär für dieses Gebiet verhängten Nachrichtensperre sein.

All diese Vorfälle machen deutlich, daß der Irak den Besatzern offenbar immer weiter aus den Händen gleitet. Die Toten von Najaf werden sicherlich dazu beitragen, die Stimmung unter den Shiiten im Irak weiter aufzuheizen, gleichgültig, wer tatsächlich zuerst geschossen hat, da die Iraker kaum gewillt sein werden, dem Wort ihrer Besatzer zu glauben.





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