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Die Millionen - wo sind sie geblieben?
07.04.2004








Wie der Spiegel am Montag berichtete, sind bisher 1,25 Billionen Euro in den "Aufbau Ost" gesteckt worden.

Was sich hier noch hinter einer "eins" mit einem nachfolgenden Komma - also doch eigentlich ziemlich wenig? - versteckt, ist in Wahrheit eine ungeheuerliche Summe: 1.250.000.000.000 Euro.

Hätte man diesen Betrag "einfach" gleichmäßig auf alle Bewohner der "neuen Bundesländer" - immerhin 14 Millionen Menschen - verteilt, so hätte dies ausgereicht, daß sich jeder - wirklich jeder, vom Kleinkind bis zum Rentner - davon eine Wohnung gekauft hätte. Oder einen Porsche. Oder beides. Die Auszahlung hätte immerhin bei 89.285 Euro gelegen.

Hätte man das Geld unter allen Deutschen - wiederum einschließlich Kleinkinder und Rentner, also insgesamt 82 Millionen Menschen - aufgeteilt, so hätte dies zumindest noch für einen Neuwagen - wenn auch keinen Porsche - für alle gereicht. Die Auszahlung hätte hier bei 15.243 Euro gelegen.

Hier soll sicherlich nichts dagegen gesagt werden, daß der "wohlhabende Westen" seinen Wohlstand mit den neuen Bundesbürgern teilte. Dies ist im Rahmen einer Solidargemeinschaft unerläßlich.

Allerdings stellt sich hier die Frage, wohin diese gigantische Summe letztendlich geflossen ist. Angesichts der Tatsache, daß die Arbeitslosenquote "im Osten" 2 bis 3 mal so hoch wie "im Westen" ist - im März dieses Jahres lag die Quote beispielsweise in Baden-Württemberg bei 6,4 Prozent, in Hessen bei 8,3 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 7,9 Prozent, während von den "neuen Bundesländern" Thüringen mit 17,6 Prozent noch die "beste" Arbeitslosenquote hatte - kommen ernste Zweifel daran auf, daß das Geld in dem Bereich hilfreich eingesetzt worden ist.

Zweifellos war viel Geld nötig, um Infrastruktur und ähnliche staatliche Aufgaben "auf Westniveau" zu bringen.

Andererseits ist der Gedanke, daß zumindest ein großer Teil dieser Summe relativ kurzfristig - im Rahmen der "Wirtschaftsförderung" und der "Ansiedelung von Betrieben" - letztendlich in Taschen geflossen ist, die aufgrund ihrer maximalen Auslastung schon vorher auf dem Boden schleiften.

Was hier offen sichtbar wird ist keine Solidargemeinschaft mehr, sondern einfacher und rücksichtsloser Kapitalismus. Das größte Problem hierbei ist aber, daß diese Vorgehensweise von Seiten des Staates nicht nur nicht unterbunden wurde - und wird - sondern sogar noch ermutigt wird, da sie ja offensichtlich in keiner Weise Nachteile zu befürchten läßt.





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