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Irakische "Refuseniks"
12.04.2004








Wie die Washington Post am Samstag berichtete, ist es im Irak in der vergangenen Woche erstmals zu einem großen Fall von "Refuseniks" gekommen.

Dem Bericht zufolge hat ein gesamtes Bataillon der neuen, von den USA aufgestellten irakischen Armee den Einsatz in der Stadt Fallujah, wo mittlerweile über 600 Menschen - größtenteils Frauen, Kinder und Alte - getötet worden sind, verweigert.

Die Darstellung des amerikanischen Generalmajors Paul Eaton erweckt zwar den Eindruck, daß dies vorrangig aus Feigheit geschehen ist, nach Aussage der Soldaten weigerten diese sich aber, weil sie nicht auf ihre Landsleute schießen wollen. So sagte Eaton, daß es zu der Weigerung kam, als die irakischen Soldaten auf dem Weg nach Fallujah, schon kurz nachdem sie ihre Kaserne verlassen hatten, unter Beschuß durch Widerstandskämpfer kamen. Daraufhin seien sie umgedreht und hätten sich geweigert, nach Fallujah zu gehen.

Andererseits berichtete er aber auch, daß die Soldaten des 2. Bataillons - dem 620 Soldaten angehören - bei anschließenden Befragungen gesagt haben: "Wir haben uns nicht verpflichtet, um gegen Iraker zu kämpfen."

Die Weigerung eines kompletten Bataillons - von denen im Irak derzeit insgesamt nur vier existieren - zeigt deutlich, auf wessen Seite ein bedeutender Teil der Iraker steht.

Am Samstag sagte ein hochrangiger Offizier der US-Army, daß zwischen 20 und 25 Prozent der irakischen Armee, des "Zivilverteidigungskorps" (ICDC), der Polizei und weiterer Sicherheitskräfte gekündigt haben, übergelaufen sind oder nicht mehr zum Dienst erscheinen. "Ich würde nicht sagen, daß es so weitverbreitet ist, daß es die Mehrheit ist", so der anonym bleibende Offizier. "Aber es beunruhigt uns."

Dies wurde auch von Eaton bestätigt, als er sagte: "Wir haben derzeit Probleme mit vielen Sicherheitsfunktionen."

Anhand dieser Zahlen läßt sich vermuten, daß in Wahrheit - ganz im Gegensatz zu den offiziellen Erklärungen der USA - sehr wohl eine Mehrheit der Iraker auf Seiten der Widerstandskämpfer steht, wenn auch bisher zum großen Teil nur passiv.

Die Weigerung eines Viertels aller von den USA als Unterstützer der Besatzung angestellten Iraker, sich hieran weiter zu beteiligen einerseits und die anhaltenden schweren Kämpfe andererseits zeigen, daß der irakische Widerstand täglich stärker wird.





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