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"US-Soldaten betrachten Iraker als Untermenschen"
12.04.2004








Der britische Telegraph veröffentlichte am Sonntag ein Interview mit einem im Irak stationierten hochrangigen Offizier der britischen Armee. Darin kritisierte der anonym bleiben wollende Offizier die Vorgehensweise der US-Soldaten im Irak aufs Schärfste.

Unter anderem sagte er, daß ein Teil des Problems sei, daß amerikanische Soldaten die Iraker als "Untermenschen" - er verwendete tatsächlich diesen von Adolf Hitler in seinem Buch "Mein Kampf" erfundenen Begriff - betrachten.

Seinen Worten nach ist allerdings nicht nur er persönlich von dem brutalen Verhalten der US-Soldaten abgestoßen, sondern diese Ansicht zieht sich durch die gesamte britische Befehlskette im Irak.

"Meine Ansicht und die Ansicht der britischen Befehlskette ist, daß die Gewaltanwendung der Amerikaner nicht verhältnismäßig und unangemessen ist im Hinblick auf die Bedrohung, der sie gegenüberstehen, ist. Sie betrachten die irakischen Menschen nicht wie wir. Sie sehen sie als Untermenschen an. Sie kümmern sich nicht um den Verlust von irakischem Leben, wie es die Briten tun. Ihre Einstellung gegenüber den Irakern ist tragisch, sie ist schrecklich", so der Offizier.

Und weiter: "Die US-Soldaten betrachten die Dinge grob vereinfacht. Es scheint ihnen schwerzufallen, die Feinheiten zu verstehen, wer im Irak was unterstützt und wer nicht. Es ist einfacher für ihre Soldaten, alle Iraker als die Bösen zusammenzufassen. Soweit es sie betrifft, ist der Irak das Gangsterland und jeder ist darauf aus, sie zu töten."

Nach Angaben des Offiziers würden britische Soldaten niemals die Erlaubnis bekommen, Angriffe, wie sie vom US-Militär häufig durchgeführt werden - beispielsweise die Bombardierung von Wohngegenden von Kampfhubschraubern aus - auszuführen.

"Wenn US-Soldaten mit Mörsern in Baghdad angegriffen werden benutzen sie Mörser-lokalisierendes Radar um den Abschußpunkt zu finden und greifen dann die größere Umgegend mit Artillerie an, selbst wenn das Gebiet das sie angreifen inmitten eines dichtbesiedelten Wohngebiets liegt", sagte er. "Sie töten bei dem Bombardement vielleicht die Terroristen, aber sie töten und verstümmeln ebenfalls unschuldige Zivilisten. Das war in einer Reihe von Fällen ihre Reaktion. Es ist abgedroschen, aber amerikanische Soldaten schießen erst und stellen hinterher Fragen. Sie haben Angst davor, Verluste zu erleiden und haben sogar schon ihre Waffen auf britische Soldaten gerichtet, was zu einigen Konfrontationen zwischen Soldaten geführt hat."

Offenbar wird sogar das neben den USA wichtigste Mitglied der "Koalition" mehr und mehr durch das rücksichtslose und völkerrechtswidrige - Zivilisten sind bei Kampfhandlungen in jedem Fall zu schützen - Vorgehen der US-Soldaten abgestoßen.





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