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Geiseln oder Kriegsgefangene?
14.04.2004








In den letzten Tagen berichten die Medien weltweit über mehrere dutzend "Ausländer", die von irakischen Widerstandskämpfern gefangengenommen worden sind.

Die Gefangenen werden dabei üblicherweise als "Geiseln" und ihre Bewacher als "Entführer" bezeichnet.

Vereinzelt ist es tatsächlich zu Drohungen gekommen, die Gefangenen zu töten, sollten nicht die Forderungen - der Abzug der Soldaten des jeweiligen Heimatlandes aus dem Irak - erfüllt werden.

Aus Ländern, die sich nicht aktiv an der Besetzung des Iraks beteiligen stammende Menschen - hier seien beispielsweise die chinesischen und russischen Gefangenen genannt - sind nach relativ kurzer Zeit wieder freigelassen worden.

Zumindest bei einem Teil der noch in Gefangenschaft befindlichen Ausländer - so zum Beispiel bei den vier Italienern - handelt es sich selbst offiziellen Angaben zufolge um "Angestellte von Sicherheitsunternehmen", also Söldner.

Da es sich nach wie vor um eine völkerrechtswidrige Besatzung eines Landes handelt und diese Söldner zumindest teilweise im Auftrag der Besatzungsmächte kämpfen, könnten diese Gefangenen auch als "Kriegsgefangene" bezeichnet werden.

Dies ändert zwar nichts an der Unrechtmäßigkeit von Drohungen gegen die Gefangenen - im Gegenteil, in diesem Fall würde es sich um Kriegsverbrechen handeln - andererseits wäre die Gefangennahme selbst dadurch aber als rechtmäßig anzusehen.

Eine pauschale Erklärung aller "ausländischen Geiseln" zu "Kriegsgefangenen" wäre sicherlich nicht zu begründen, da sich auch tatsächliche Zivilisten unter ihnen befinden, andererseits ist aber die pauschale Erklärung aller Gefangenen zu Geiseln offensichtlich ebenfalls falsch und ignoriert ein weiteres Mal, daß sich im Irak mittlerweile mindestens 18.000 ausländische Söldner aufhalten.

Einem Artikel von Robert Fisk zufolge sind in den vergangenen 8 Tagen mindestens 80 dieser Söldner im Irak getötet worden. Damit sind die tatsächlichen Verluste der Besatzungsmächte doppelt so hoch als dies offiziell zugegeben wird.





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