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Kein Interesse am Frieden
15.04.2004








Die Ereignisse im Irak - seien es das brutale Vorgehen des US-Militärs gegen die Stadt Fallujah oder die Ablehnung von Verhandlungen mit dem shiitischen geistlichen Muqtada al-Sadr durch den US-Verwalter des Iraks, Paul Bremer - lassen immer stärker vermuten, daß die USA kein Interesse daran haben, eine friedliche Lösung zu finden.

Nachdem es shiitischen Geistlichen gelungen war, al-Sadr dazu zu bewegen, alle Bedingungen für Verhandlungen fallenzulassen, hatte Bremer jegliche Verhandlungen abgelehnt und gesagt, al-Sadr habe nur drei Möglichkeiten: sich zu ergeben, von US-Soldaten gefangengenommen zu werden oder bei dem Versuch, sich der Gefangennahme zu widersetzen, getötet zu werden.

Nur wenige Stunden nachdem ein iranischer Abgesandter sich am Donnerstag von Baghdad aus für Vermittlungsgespräche mit al-Sadr nach Najaf aufgemacht hatte, wurde einer AP-Meldung zufolge ein hochrangiger Diplomat der iranischen Botschaft in Baghdad in seinem Auto erschossen.

Eine Aufgabe al-Sadrs scheint derzeit wenig wahrscheinlich, auch wenn anscheinend von Seiten anderer hochrangiger shiitischer Geistlicher Druck auf ihn ausgeübt wird, was offenbar zu seiner Verhandlungsbereitschaft geführt hat. Da seine Popularität durch seinen offenen Widerstandskampf gegen die Besatzer stark zugenommen hat, scheint es unwahrscheinlich, daß er nun einfach aufgeben wird.

Zu dieser Situation konnte es nur kommen, weil die USA ihn monatelang ungehindert haben arbeiten und seine al-Mahdi-Armee aufbauen lassen. Erst jetzt, da diese eine offensichtliche Schlagkraft erreicht hatte, begannen die USA gegen al-Sadr vorzugehen.

Sollte das US-Militär als "Folge gescheiterter Verhandlungen" mit al-Sadr tatsächlich die heilige Stadt Najaf angreifen, so ist davon auszugehen, daß Großayatollah Ali al-Husseini al-Sistani, der höchste shiitische Geistliche im Irak, eine Fatwa ausprechen würde, die alle Shiiten zum Widerstand aufrufen würde.

Da das US-Militär dem Iran schon in der Vergangenheit vorgeworfen hat, al-Sadr zu unterstützen könnte diesem vorgeworfen werden, für ein Scheitern der Verhandlungen verantwortlich zu sein. Sollte es tatsächlich zu einem Angriff auf Najaf kommen ist ein Eingreifen des Irans nicht ausgeschlossen, zumindest aber würde sicherlich eine große Zahl Iraner auf eigene Faust in den Irak gehen um an den Kämpfen teilzunehmen.

Zu diesem Zeitpunkt hätte die USA dann ein ausreichendes Argument, sich gegen die "iranische Aggression zu verteidigen" und diesen anzugreifen.

Sicherlich ist dieses Szenario bisher bloße Spekulation, angesichts der wiederholten Versuche der USA, ein angebliches Atomwaffenprogramm des Irans herbeizureden und der Tatsache, daß sich die USA nach wie vor Israel offenbar sehr "verbunden" fühlen - wie das Treffen Bush-Sharon und die amerikanische Zustimmung zu den Plänen Israels hinsichtlich der West-Bank erst gerade wieder gezeigt hat - und Israel sich zunehmend durch den Iran bedroht fühlt ist ein zukünftiges militärisches Vorgehen der USA gegen den Iran sicher alles andere als unwahrscheinlich.





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