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Amerikaner verstehen keinen Spaß
17.04.2004








Der Geschäftsführer des südafrikanischen Senders "Bush Radio", Zane Ibrahim ist bei seiner Einreise in die USA von US-Sicherheitsbeamten 12 Stunden lang verhört worden.

Direkt nach der Landung seiner Maschine in Baltimore, wo er am Goucher College an einer Konferenz anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Demokratie in Südafrika teilnehmen wollte, war Ibrahim von einer Gruppe von 8 Sicherheitsbeamten aus dem Flugzeug abgeholt worden, als sich das Flugzeug noch auf dem Rollfeld befand.

Nach der Landung erfolgte eine Lautsprecherdurchsage. "Sie sagten: 'Bitte alle sitzenbleiben, Sicherheitsbeamte kommen an Bord'. Dann bestiegen vier uniformierte und vier Offiziere in Straßenkleidung das Flugzeug. Vier gingen vorbei und stellten sich hinter meinem Sitz auf und vier kamen auf mich zu und fragten, ob ich Zane Ibrahim sei", berichtete Ibrahim telephonisch.

Dann wurde er vor den Augen der Passagiere abgeführt, in einem Kleinbus an einen abgelegenen Ort gefahren, wo er sich für eine Durchsuchung durch mehrere Beamte ausziehen mußte. "Sie gingen durch alle meine Sachen, haben mich dieser erniedrigenden Durchsuchung unterworfen und warfen dann eine dicke Akte auf den Tisch. Dann fingen die Fragen an", so Ibrahim.

Diese Befragung über seine Arbeit als Journalist dauerte 12 Stunden an.

"Ich weiß nicht, was mit diesen Leuten nicht stimmte, aber sie schienen wirklich wütend über eine Anti-Kriegs-Kampagne, die wir auf Bush Radio hatten, mit dem Titel 'Bush against war' ['Bush gegen den Krieg'] zu sein."




Nach dem 12-stündigen Verhör wurde er nicht nur ohne eine Entschuldigung gehengelassen, ihm wurde sogar noch eine Drohung mit auf den Weg gegeben.

"Sie sagten mir einfach, ich könne gehen und tun, was ich will, aber ich solle daran denken, daß sie mich sehr genau beobachten", sagte er.

Da die Durchführung solcher Verhöre aller öffentlich auftretender Kriegsgegner bei der Einreise sogar über die Kapazitäten der US-Behörden gehen dürfte, scheint es hier speziell um die Person Zane Ibrahim gegangen zu sein.

Entweder betrachten die USA also demokratiefreundliche Organisationen wie Bush Radio als eine Gefahr für die USA oder den US-Beamten ist vollständig entgangen, daß nicht jedes Mal, wenn "Bush" gesagt wird auch der US-Präsident George W. Bush gemeint ist. Tatsächlich wurde Bush Radio schon im Jahr 1992 gegründet und bezieht sich in seinem Namen auf den Spitznamen einer von den zur Zeit ihrer Alleinherrschaft für schwarze Afrikaner von den Weißen geschaffene Schule, die wegen ihrer Abgelegenheit "Bush College" genannt wurde.

Sicherlich war der Name der Aktion "Bush against war" auch eine willkommene satirische Anspielung auf den US-Präsidenten, wenn allein dies allerdings schon ausreicht, um bei der Einreise derart behandelt zu werden, so scheint es an der Zeit, eine "Reisewarnung" für größere Teile der Bevölkerung auszusprechen.





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